

Dinosaurier - sicherlich eines der spannendsten Themen der Wissenschaft. Du kennst bestimmt schon einige der bekanntesten Giganten: den gefährlichen Tyrannosaurus rex, den riesigen Diplodocus oder den Triceratops mit seinen drei Furcht erregenden Hörnern. Wahrscheinlich kennst Du aber noch viel mehr der urzeitlichen Riesen. Die Dinosaurier beherrschten rund 165 Millionen Jahre lang die Erde. Sie tauchten vor etwa 230 Millionen Jahren das erste Mal auf und verschwanden vor 65 Millionen Jahren. Zahlen, Zahlen, Zahlen. Aber was sagen sie Dir? Kannst Du Dir diese geologischen Zeiträume überhaupt vorstellen? Dazu ein paar Vergleiche.
Wie schrecklich lange dauert es doch von Ferien zu Ferien. Das sind aber nur Wochen oder ein paar Monate. Sicherlich kennst Du die eine oder andere Burg aus dem Mittelalter. Die Burgen wurden gebaut, als die Leute noch in Rüstungen herumliefen. Es gab kein elektrisches Licht, keine Kanalisation und keine Schulen. Das ist ganz grob etwa achthundert bis tausend Jahre her. Ganz schön lange! Die Römer mit ihrem riesigen Reich lebten schon tausend Jahre davor. Und tausend mal tausend Jahre ist "erst" eine Million. Daran siehst Du, wie unglaublich lange die Dinosaurier auf der Erde lebten und wie lang diese Zeit schon wieder vorbei ist: 65 Millionen Jahre!!! Unfassbar.
Wissenschaftler haben die Gesteine untersucht, in denen versteinerte Knochen der Dinosaurier eingeschlossen waren. Wie alle Stoffe im Universum, setzten sich auch die Gesteine aus kleinsten Teilchen zusammen, den Atomen. Atome bestehen wiederum aus noch kleineren Teilchen. Sie heißen: Neutronen, Protonen und Elektronen. Da manche Atome mal mehr Elektronen oder mal mehr Protonen besitzen, gibt es auch viele unterschiedliche Atome und somit auch viele verschiedene Stoffe auf der Welt. Logo, wenn alle Atome gleich wären, wären auch alle Stoffe auf der Welt gleich. Das wäre ja schrecklich langweilig.
Nun, die Hälfte einiger ganz bestimmter Atome, die in den Gesteinen enthalten sind, wandelt sich nach einer gewissen Zeit in andere Atome um. Das haben die Wissenschaftler nach intensiver Forschung irgendwann herausgefunden. Das ist einfach so - ein Naturgesetz. Man nennt diese gewisse Zeit auch „Halbwertszeit". Wenn sie verstrichen ist, verwandelt sich wiederum die Hälfte des Restes in die gleichen anderen Atome um und so weiter, und so weiter. Die Halbwertszeit einiger Atome, die sich in den Gesteinen verwandeln, beträgt viele Millionen Jahre. Wenn nun ein Gestein ein bestimmtes Mengenverhältnis an verwandelten und nicht verwandelten Atomen enthält, kann man daraus das Alter des Gesteins und somit auch das Alter der darin eingeschlossenen Dinoknochen errechnen.
Weißt Du eigentlich was das Wort "Dinosaurier" bedeutet? Es ist aus zwei griechischen Wörtern zusammengesetzt worden und bedeutet "schreckliche Echse". Erfunden hat dieses Wort der englische Forscher Sir Richard Owen im Jahr 1841. Die damals erstmals entdeckten Dinoskelette waren riesengroß und erinnerten den englischen Forscher irgendwie an Eidechsen. Da die Skelette so groß waren, mussten sie zu sehr schrecklichen Tieren gehört haben. Also nahm Owen die griechischen Wörter "deinos" für "schrecklich" und "sauros" für "Echse" und machte daraus den englischen Namen "Dinosaurs", auf deutsch "Dinosaurier".
Die Zeit, in der die Dinosaurier lebten, bezeichnen die Wissenschaftler als Erdmittelalter oder Mesozoikum. Das kommt von griechisch "mesos", was "mitten" bedeutet und von "zoikos", was "Tiere betreffend" heißt. Man meint damit natürlich die versteinerten Tiere, die Fossilien. Das Erdmittelalter endete mit dem Verschwinden der Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren. Das Erdmittelalter wird wiederum in drei Abschnitte unterteilt: Trias, Jura und Kreide. In jedem dieser Zeitabschnitte lebten ganz bestimmte Dinosaurier und Pflanzen.

Die Trias-Zeit - oder kurz Trias - begann vor 250 Millionen Jahren. Ihren Namen hat sie vom griechischen Wort „trias", was soviel wie Dreiheit bedeutet, da die Geologen diesen Zeitabschnitt nochmals in drei Unterabschnitte teilen. In der Trias tauchten die ersten Dinosaurier auf. Sie waren noch sehr klein. Da sie auf ihren Hinterbeinen laufen konnten, waren sie schneller als ihre Beutetiere. So verdrängten die ersten Dinosaurier langsam die Reptilien, die vor ihnen auf der Erde herrschten.
Damals bestand die ganze Welt aus nur einem großen Kontinent. Man nennt ihn Pangäa, was ebenfalls griechisch ist und soviel wie „ganze Erde" heißt. Das Klima war im Innern des Kontinents heiß. Es war eine riesige Wüste. In der Nähe der Küsten war es jedoch viel feuchter. Dort wuchsen dichte Urwälder aus baumartigen Farnen. Ein Dino, der damals lebte, war der Pflanzen fressende Plateosaurus. Skelette dieses acht Meter langen Dinos fand man auch in Deutschland. Die Raubsaurier waren noch klein wie Hasen. Coelophysis war ein solch kleiner Räuber, der in Rudeln jagte.
Dieses Zeitalter, das nach dem Schweizer Juragebirge benannt ist, begann vor 213 Millionen Jahren. Der große Kontinent Pangäa begann durch Bewegungen der Erdkruste langsam in zwei Kontinente zu zerbrechen. Es wurde kühler und es regnete mehr. Unter dem zunehmend feuchteren Klima entstanden riesige Wälder aus Nadelbäumen. Sie erstreckten sich über Tausende von Kilometern. Die damaligen Wälder sind aber nicht mit unseren heutigen Wäldern zu vergleichen. Es waren richtige, undurchdringliche Urwälder mit Farnen und gewaltigen Baumfarnen zwischen den Nadelbäumen. Aber nicht alle feuchten Landstriche des Jura waren dicht bewachsen. In einigen Regionen herrschten niedrige Büsche vor. Die riesigen Pflanzen fressenden Dinos des Jura, wie der 20 Meter lange Brachiosaurus, und ihr gewaltiger Appetit sorgten dafür, dass diese Gebiete weitgehend baumfrei blieben. Der größte und gefährlichste Jäger der Jura-Zeit war der zwölf Meter lange Allosaurus.

Das war die Zeit eines der gefährlichsten Fleischfresser aller Zeiten, des 14 Meter langen Tyrannosaurus rex. Die Kreide-Zeit, benannt nach der Schreibkreide, die in dieser Zeit als weißer Kalkstein abgelagert wurde, begann vor 150 Millionen Jahren. Es war aber nicht nur die Zeit riesiger Dinosaurier, sondern auch die Zeit ganz anderer Tiere. Die Säugetiere begannen sich weltweit auszubreiten. Sie waren noch nicht größer als Katzen und wurden von kleineren Dinos als Leckerbissen verspeist. Die beiden Kontinente zerbrachen weiter und die ersten Blütenpflanzen tauchten auf. Wälder aus Eichen und Ahornbäumen bedeckten am Ende dieser Zeit große Teile des Festlandes.
Vor 65 Millionen Jahren sind alle Dinos verschwunden. Wirklich alle? Nicht ganz. Schau Dir einmal die Vögel genauer an. Hat Dein Wellensittich aus der Nähe betrachtet nicht fürchterliche „Klauen"? Die Vögel sind die Nachfahren der Dinosaurier.
Dr. Alexander Stahr