

Ostern - für Dich bedeutet das vermutlich: Ferien und Eiersuchen. Aber weißt Du, warum es Ostern eigentlich gibt? Was es mit Karfreitag auf sich hat und mit dem Osterhasen? Werfen wir einen Blick zurück.
Ostern ist das älteste Fest der Christen. Es entstand aus der Umdeutung des jüdischen Passafestes. Seit dem 2. Jahrhundert wird es zum Gedenken an den Tod und die Auferstehung von Jesus Christus gefeiert. Der Name "Ostern" könnte sich von der germanischen Frühlings- und Fruchtbarkeitsgöttin Ostara ableiten. Genau weiß man das aber nicht. Sicher ist nur, dass zu Ehren Ostaras die alten Germanen ein Frühlingsfest zur Tag- und Nachtgleiche feierten.
Vom Julianischen zum Gregorianischen Kalender
Die Christen passten sich dieser heidnischen Tradition an. Das 1. Kirchenkonzil legte im Jahr 325 fest: Ostern sei stets am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond des Frühlings. Stichtag nach dem Julianischen Kalender war der 21. März, die "Frühlings-Tagundnachtgleiche". Weil der Julianische Kalender zu ungenau war, wurde er 1582 von Papst Gregor XIII. reformiert.
Der heute noch gültige Gregorianische Kalender legt fest, dass der früheste mögliche Ostertermin der 22. März ist, wenn der Vollmond auf den 21. März fällt und der 22. März ein Sonntag ist. Der späteste mögliche Ostertermin ist der 25. April, wenn der Vollmond auf den 21. März fällt und der 21. März ein Sonntag ist. Ganz schön kompliziert oder?

Die Karwoche
Die Karwoche beginnt bereits mit dem Palmsonntag, also dem Sonntag vor Karfreitag, und endet am Karsamstag, also dem Tag vor Ostersonntag. "Kar" leitet sich übrigens vom althochdeutschen "chara" ab, was so viel bedeutet wie "Trauer".
Palmsonntag
Es ist der letzte Sonntag vor Ostern. An diesem Tag wird des Einzugs von Jesus Christus in Jerusalem gedacht, wo er seine Freunde zum jüdischen Passafest besuchen wollte. Jesus zu Ehren streuten die Menschen Palmenzweige auf den Boden, wovon auch der Brauch stammt, die Wohnung mit Zweigen zu schmücken.

Gründonnerstag
Gründonnerstag ist der Tag vor der Kreuzigung. Jesus verzehrte mit seinen Jüngern am Gründonnerstag das Osterlamm. Bei uns gibt es häufig das Osterbrot oder Kuchen in Form eines Lammes. Ob sich der Gründonnerstag wirklich von der Farbe grün ableitet, ist übrigens ungewiss. Viele vermuten, dass der Name von Greindonnerstag (Greinen oder Weinen) stammt.
Karfreitag
Karfreitag ist der Todestag von Jesus. Es ist einer der höchsten Feiertage für die Christen. Besinnlichkeit, Stille und Fasten zeigen die Trauer. In der Kirche bleibt die Orgel still.
Die Osterfeiertage
An Ostersonntag und Ostermontag wird die Auferstehung von Jesus gefeiert. Ostersonntag ist der höchste Feiertag im Kirchenjahr. Nach dem Neuen Testament fand die Auferstehung am ersten Tag der Woche nach dem Passafest statt. Am Ostersonntag endet die Fastenzeit.

Wie schon erwähnt, feierten die Germanen das Frühlingsfest der Tag- und Nachtgleiche zu Ehren der Göttin Ostara. Ihr wurde der Hase als heiliges Tier zur Seite gestellt. Im Jahr 325 wurde dieses Fest zum christlichen Ostern.
Der Hase spielte zunächst nur eine untergeordnete Rolle beim Osterfest. Eier waren das Hauptsymbol des Festes. Sie standen für Fruchtbarkeit und Leben. Entsprechend ihrer großen Bedeutung durften es keine normalen Hühnereier sein.
So wurden die Ostereier bunt, und in den Ostergeschichten wurden sie von verschiedenen Tieren wie Fuchs, Hahn oder Storch gebracht. Zwar waren Eier im frühen Christentum das Hauptsymbol des Osterfestes, doch der Hase galt seit heidnischer Zeit als Fruchtbarkeitssymbol.
Bringt der Osterhase tatsächlich die Eier?
Nein, tut er natürlich nicht. Die Menschen erzählten sich früher Geschichten von seltsamen Dingen, die angeblich jedes Jahr an Ostern zu beobachten waren. Von Hasen, die miteinander tanzten, und wenn sie wieder verschwunden waren, lagen bunte Eier auf den Wiesen. So entstand der Mythos vom Hasen, der bunte Ostereier bringt.
Immerhin: Man kann tatsächlich hin und wieder bunte Eier auf Wiesen finden. Sie stammen von brütenden Vögeln, die womöglich von den Balzkämpfen der Hasen verscheucht worden sind. Während solcher Kämpfe kommen Hasen auch in größeren Gruppen zusammen.
Die Rammler stehen beim Kampf auf den Hinterbeinen und schlagen mit den Vorderpfoten aufeinander ein. Die Menschen haben diese Kämpfe vielleicht mit einem Tanz verwechselt. Sicher ist: Der Grund für die Kämpfe ist das Ringen um die Hasenweibchen. Ostern dürfte den Hasenmännchen herzlich egal sein.
Dr. Alexander Stahr/jcf