

Sicherlich hast Du schon oft Eichhörnchen beobachtet. Das ist auch nicht schwierig, denn diese putzigen Tiere leben mitten unter uns: in Parks, auf Friedhöfen, im Wald oder in Grünanlagen. Aber was machen die flinken Kletterer im Winter?
Eichhörnchen gehören zu den Nagetieren. Zu ihnen zählen 3.000 Arten in 300 Gattungen. Die Hörnchen (wissenschaftlich: Sciuridae) bilden mit 250 Arten in 50 Gattungen eine der größeren Familien der Nagetiere. Sie sind fast überall auf der Erde zuhause.
Das Eichhörnchen (Sciurus vulgaris) ist in Europa heimisch und gehört zu den Baum bewohnenden Hörnchen. Wichtig für die Tiere sind Samen bildende Bäume, die als Nahrungsgrundlage dienen. Vor allem Mischwälder, die andauernd Nahrung zur Verfügung stellen, werden von den Hörnchen bevorzugt. Aber auch in baumreichen Parks und Gärten kann man Eichhörnchen beobachten.

Dort ernähren sie sich von Nadelbaumsamen, Haselnüssen, Bucheckern, Knospen, Früchten, Wurzelknollen oder auch von Pilzen. Manchmal fressen sie auch Insekten, Schnecken, Vogeleier oder Jungvögel.
Im Winter sieht man die Eichhörnchen oft auf dem Boden, wo sie Nahrung suchen. Sie halten nämlich keinen echten Winterschlaf. Im Winter legen sie nur längere Schlaf- beziehungsweise Ruhephasen ein, was Winterruhe genannt wird. Dazwischen suchen sie immer wieder Nahrung und fressen.
Die Winterruhe ist ein Zustand bei Säugetieren, bei dem ihr Energiebedarf stark eingeschränkt wird. Diese Winterruhe ist nicht mit dem Winterschlaf zu verwechseln. Denn beim Winterschlaf wird der Stoffwechsel drastisch eingeschränkt. In der Winterruhe wird die Körpertemperatur kaum abgesenkt, aber das Herz schlägt nicht so oft wie im Sommer.
Winterruhe halten übrigens auch Braunbär, Dachs und einige Fledermäuse. Wenn es im Winter stürmt, stark schneit oder nass ist, verlassen die Eichhörnchen ihre Nester nicht. Sie können mehrere Tage ohne Nahrung ausharren. In der kalten Jahreszeit legen Eichhörnchen zudem Vorräte an.
Sie vergraben zum Beispiel Eicheln und Nüsse in unterschiedlichen Verstecken, die sie jedoch nicht immer wieder finden. Zusätzlich fressen sie im Herbst sehr viel, so dass sie ein dickes Fettpolster haben.
Dr. Alexander Stahr