

Du suchst Informationen über Mathe, Erdkunde oder die neuesten Sportergebnisse? Im Internet findest Du mit Sicherheit etwas. Aber man findet auch Dich: 0190-Dialer, Viren und Trojaner können unbemerkt zu dir nach Hause kommen. Was nun?
Du musst kein Computerexperte oder keine Computerexpertin sein, um Dich einigermaßen sicher im Internet bewegen zu können. Ein paar wenige Eingriffe in Deinen Rechner und die Einhaltung weniger Grundregeln können Dir den schlimmsten Ärger ersparen.
Webbrowser wie zum Beispiel der "Internet Explorer" sind Programme, die das Surfen im Internet ermöglichen. Sie lesen den Quellcode aus dem Webseiten bestehen und interpretieren ihn für Dich auf dem Bildschirm. Das Problem: Was genau im Code steht, kannst Du auf den ersten Blick kaum zu erkennen.
Wenn die Sicherheitseinstellungen im Browser sehr gering sind, kann das gefährlich werden. Verwende immer die neueste Browser-Version. Nur diese bietet Dir aktuelle Sicherheit.
Aktive Inhalte sind kleine Programme, die in Webseiten integriert sind und beim Besuch einer entsprechenden Seite auf Deinen Rechner geladen werden. Damit erhalten Webseiten mehr Action. Doch Du hast nur wenig oder überhaupt keine Kontrolle darüber, wie diese Programme auf deinem Rechner arbeiten und was sie bewirken.
Wenn Du auf Nummer sicher gehen willst, dann solltest Du im Browser alle aktiven Inhalte wie Java und ActiveX deaktivieren. Papa, Mama oder ältere Geschwister werden Dir dabei sicher helfen.
Du wirst dann natürlich das Problem haben, dass auf manchen Seiten nicht mehr alle Funktionen verfügbar sind, wenn Du im Browser alle aktiven Inhalte deaktiviert hast. Aber das solltest Du im Hinblick auf die Datensicherheit in Kauf nehmen. Du kannst ja bei vertrauenswürdigen Seiten die jeweils geforderte Browser-Funktion wieder einstellen.
Dabei handelt es sich um Software-Programme, die einen Browser in seinen Fähigkeiten erweitern. Es gibt hunderte verschiedener Plug-ins, darunter sehr nützliche wie Shockwave, Quicktime-Player oder Adobe Acrobat Reader. Aber auch hier kannst Du letztendlich nicht genau wissen, was das Programm auf deinem Rechner eigentlich macht.
Ein Player könnte beispielsweise zwar tatsächlich den gewünschten Film zeigen, jedoch gleichzeitig auch einen Virus auf der Festplatte installieren. Um die Gefahren durch Plug-ins zu minimieren, solltest Du nur Plug-ins von Firmen laden und installieren, die dir vertrauenswürdig erscheinen. Hierzu gibt es Zertifikate, die beim Installieren angezeigt werden.
Sie sind der Schrecken jedes Surfers. Über den Rechner suchen sie Büros und Privatwohnungen heim. So hat zum Beispiel der berüchtigte "I-love-you"-Wurm binnen weniger Tage weltweit hunderttausende Computersysteme lahm gelegt.

Viren sind kleine Programme, die zum Beispiel als Anhang von E-Mails auf den Computer eingeschleust werden. Sie können sich aber auch in Programmen verstecken. Die meisten Viren vervielfältigen und verbreiten sich selbst weiter. Sie können großen Schaden anrichten und zu kompletten Datenverlusten oder einem Festplatten-Crash führen.
File-Viren hängen sich an eine Programmdatei an und werden beim Start dieses Programms ausgeführt. Boot-Viren setzen sich im Boot-Sektor einer Diskette oder im Boot- oder Partitions-Sektor der Festplatte fest und werden beim Starten des Rechners aktiv. Makro-Viren verstecken sich als Makros in Office-Dokumenten oder anderen Dateien und werden beim Start der entsprechenden Programme tätig.
Würmer sind schädliche Programme, die es vor allem auf eines abgesehen haben: sich möglichst schnell zu verbreiten. Einmal auf die Reise geschickt nutzt ein Wurm alle Möglichkeiten, sich im Internet, über E-Mails oder in Firmennetzen selbst weiter zu verschicken. Bei einem eingefangenen Wurm kommst Du meist noch glimpflich davon, da er selbst keinen großen Schaden anrichtet. Vielleicht versendet er ein paar E-Mails aus Deinen Kontakten.
Sie richten unmittelbar Schaden an. Die meisten Trojaner sind darauf programmiert, auf dem infizierten Rechner Daten zu sammeln, angefangen von Passworten und Kreditkartennummern bis hin zu kompletten Eingaben über die Tastatur. Diese Daten können dann über das Internet an den "Lenker" des Trojaners übermittelt werden.
Noch gefährlicher sind die so genannten "Server-Programme". Hast Du Dir erst einen Trojaner dieser Art eingefangen, kann ein anderer User online auf Deinen Computer zugreifen, ihn steuern und ihm Befehle geben.
Misstrauisch solltest Du werden, wenn:
In solchen Fällen kann es sich natürlich auch um ein übliches Computerproblem handeln. Aber auch um einen gefährlichen Virenbefall. Bei Verdacht solltest Du unbedingt einen Virenscanner laden und Deinen Rechner scannen lassen oder einen Experten ranlassen.
Unerlässlich ist ein gutes Antivirenprogramm, das regelmäßige Updates ermöglicht. Ein veralteter Virenscanner ist so gut wie nutzlos. Gute Schutzprogramme sind schon ab etwa 50 Euro zu haben. Sie aktualisieren sich regelmäßig von selbst.
Es empfiehlt sich, auf dem Rechner grundsätzlich zwei verschiedene Virenscanner parallel laufen zu lassen, die nach unterschiedlichen Kriterien suchen. Die zusätzliche Sicherheit hat allerdings einen Nachteil: ein zweiter Scanner verbraucht mehr Arbeitsspeicher.
Ein nicht weniger wichtiger Punkt ist die Einstellung des E-Mail-Programms. Oft ist dieses so eingestellt, dass Anhänge (Attachments) automatisch geöffnet werden. Diese Funktion muss deaktiviert werden, da Viren und Trojaner gleich mitgestartet werden. Wie Du Dein E-Mail-Programm entsprechend einstellst, erfährst Du in der "Hilfe-Datei" Deines Programms.
Eine Firewall ist eine Software- oder Hardwarelösung, die zwischen zwei Netzwerke geschaltet wird, und den Datenverkehr zwischen diesen beiden Netzwerken filtert. Du kannst Dir eine Firewall wie einen Disco-Türsteher vorstellen, der alle Leute einer Gesichtskontrolle unterzieht und dann entscheidet, wen er rein lässt und wen nicht. Beim Rechner sind es halt Daten anstatt Leute.
Für private Nutzer, die gewöhnlich keine allzu wichtigen Daten auf ihrem Rechner haben, genügt der Einsatz einer so genannten Personal Firewall. Darunter versteht man ein Programm, das anhand bestimmter Regeln entscheidet, welcher Datenverkehr zwischen Rechner und Internet erlaubt wird und welcher nicht.
Dabei bleibt es Dir überlassen, diese Regeln festzulegen. Gerade bei Personal Firewalls ist das nicht allzu schwierig. Denn die Entwickler geben bereits einige wichtige Grundregeln vor.
Hilfreich ist bei diesen Firewalls der so genannte Lernmodus. Jedes Mal, wenn eine neue Verbindung ankommt oder rausgeht, musst Du entscheiden, ob er dies künftig zulassen darf oder nicht. Das Programm speichert dann diese Entscheidung.
Viel Spaß beim Surfen!
Dr. Alexander Stahr