

Jedes Lebewesen besteht mindestens aus einer Zelle. Zellen sind die kleinsten lebensfähigen Einheiten des Lebens auf der Erde. Viele Lebensformen existieren in der Form von "Einzellern". Es können allerdings auch wesentlich mehr Zellen sein, die ein Lebewesen ausmachen. Bei Pflanzen und Tieren sind es sogar oft Milliarden von Zellen. Du bestehst aus etwa zehn Billionen Zellen. Eine Zahl wie bei Dagobert Duck: 10.000.000.000.000!
Eine Zelle hat alles in sich, was für ihr Wachstum, ihr Leben und schließlich für ihre Vermehrung notwendig ist. Und bei all der unendlichen Vielfalt von Leben gibt es nur zwei Grundarten von Zellen. Die eine Art finden wir bei den Bakterien und den so genannten Archaebakterien. Sie werden beide als "Prokaryonten" bezeichnet. Das stammt aus dem Griechischen und heißt: "bevor dem Kern". Diese Zellen sind einfacher in ihrem inneren Aufbau und ihre Erbsubstanz ist nicht von einem eigenen Zellkern umgeben. Aber diese Prokaryonten sind nicht "primitiver" als die andere Zellart die "Eukaryonten". Auch das ist griechisch und bedeutet: "mit echtem Kern". Eukaryonten finden sich bei Pflanzen, Pilzen und Tieren.
Mit der Anzahl an Zellen hat diese Einteilung nichts zu tun, denn unter den Pflanzen, Tieren und Pilzen gibt es eine Menge an Einzellern. In einem Organismus schließen sich viele Zellen zu Geweben mit besonderen Aufgaben zusammen und diese bilden Organe. Einzeller müssen alles für sich alleine lösen, eine riesige Aufgabe!

Die ersten Forscher, die Mikroskope benutzten, konnten so etwas wie "Kästchen" erkennen. Sie erinnerten die Forscher an die stets gleich gestalteten Wohnräume der Mönche in den Klöstern, die "Zellen" hießen. So kamen die Zellen zu ihrem Namen. Es ist gut, dass diese Entdecker sich pflanzliche Zellen unter dem Mikroskop anschauten, denn diese sind meist größer und besitzen eine Zellwand, welche der Zelle Stabilität und Form gibt. Die Pflanzenzellwände bestehen großenteils aus Zellulose und ermöglichen den Pflanzen mit ihrer Festigkeit selbst die Konstruktion von über 100 Meter hohen Bäumen. Kein Wunder, dass Zellulose die häufigste Substanz ist, die von lebenden Organismen gebildet wird.
Tierische Zellen in Mehrzellern besitzen keine solch dicken Zellwände und sind daher auch von der Form her gesehen "kugeliger". Bakterien besitzen ebenfalls eine Zellwand, doch diese ist völlig anders aufgebaut. Sie ist netzförmig und erinnert eher an einen eng gestrickten Socken.
Nach der Zellwand kommt bei allen Arten von Zellen die Zellmembran, eine dünne Doppelschicht von Fetten, welche sich, ähnlich wie die Fettaugen auf der Suppe, gut gegen Wasser abgrenzen. Eine Schicht dieser Fette grenzt die Zelle nach außen ab und eine nach innen. Wenn diese Schicht ganz dicht wäre, könnte die Zelle weder Nahrung aufnehmen, noch sich bewegen oder irgendetwas tun. Deshalb gibt es richtige "Eingänge" in die Zelle, die dafür sorgen, dass die Zelle in Kontakt mit ihrer Umwelt treten kann. In der Zelle ist der eigentliche Zellinhalt. Bei den Bakterien finden in diesem Zellinhalt, dem "Cytoplasma", alle Lebensvorgänge statt. Er besteht zu 75 Prozent aus Wasser. Den Rest bilden vor allem Eiweiße und Fette.
Bei allen anderen Lebensformen ist die Zelle noch einmal in mehrere Räume unterteilt. Das konnten die Forscher mit ihren Mikroskopen damals noch nicht sehen, sonst hätten sie die Zellen vielleicht ganz anders genannt. Diese Unterteilungen innerhalb der Zelle haben den Zweck, bestimmte Vorgänge besser ablaufen zu lassen. Es ist einfacher, etwas zusammenzubauen, wenn alles, was benötigt wird, nah beieinander ist. Denk mal an Dein Zimmer. Es ist einfacher Lego zu bauen, wenn die Teile in einer Kiste liegen, als wenn Du sie irgendwo unter dem Bett hervorholen musst. Im Inneren einer "eukaryonten" Zelle finden sich folgende abgetrennte Räume:
Er enthält die Erbsubstanz und alles, was benötigt wird, um die Erbsubstanz "abzulesen", um so die verschiedenen Aufgaben der Zelle zu steuern. Die Erbsubstanz wird nicht die ganze Zeit über benötigt und wird nur in den Teilen entpackt und aktiviert, welche momentan gebraucht werden. Das benötigte Stück der Erbsubstanz wird zunächst kopiert und dann werden die Informationen auf dieser Kopie als Bauplan verwendet. Die "Fabriken", welche aus den Plänen neue Eiweiße herstellen, heißen "Ribosomen". Diesen und die folgenden schrecklichen Fachbegriffe musst Du Dir einfach merken, auch wenn sie zum Teil recht kompliziert klingen.
Das bedeutet "kleine" Organe. Wie unsere Organe im Körper haben die Organellen bestimmte Aufgaben übernommen.
Hier wird Energie erzeugt. Es sind die Kraftwerke der Zelle. Bei tierischen Zellen gibt es mehr und größere Mitochondrien, denn um sich zu bewegen und um Wärme zu produzieren, verbrauchen die Tiere mehr Energie.
Die gibt es nur bei Pflanzen. Sie sorgen nicht nur für die grüne Farbe der Pflanzen, sondern in ihnen verwandeln die Pflanzen Licht und Luft in Zucker! Aus dem Zucker werden andere Bestandteile wie Stärke oder Zellulose hergestellt oder er wird in den Mitochondrien verbraucht.
So nennt man einen Transportkanal der Zelle. Leider gibt es keinen anderen Ausdruck dafür. Am besten Du machst einen Schnellsprechwettbewerb mit Freunden, dann lernst Du dieses Bandwurmwort schneller. Der Name bedeutet "Netzchen im Innenraum" und beschreibt gut Ort und Aussehen dieses Organells. Über das endoplasmatische Retikulum können Zellen auch untereinander in Verbindung treten.
Er ist so etwas wie das Lager der Zelle. Der Golgi-Apparat sieht aus wie ein Stapel Pfannkuchen. Auf der einen Seite des Stapels werden Substanzen in Transport-Bläschen durch das endoplasmatische Retikulum angeliefert und von der anderen Seite wird der Stapel ebenfalls in Form von kleinen Blasen abgebaut.
Die Pflanzenzellen haben in ihrer Mitte noch einen großen Raum, die Vakuole. Dieser dient oft als Deponie für verbrauchte Substanzen. Aber auch für Farbstoffe, Salze und alles was in großen Mengen gelagert werden muss findet hier seinen Platz. Tierische Zellen besitzen kleinere Vakuolen als pflanzliche. Das sind längst nicht alle Organellen, aber die größten und auffälligsten hast Du jetzt kennen gelernt.
Die Mitochondrien und die Chloroplasten erinnern schon in ihrer Form an eigene Zellen. Sie besitzen sogar eigene Erbsubstanz! Und sie sind von einer doppelten Hülle umgeben. Es sieht wirklich so aus, als hätte eine große Zelle ein paar kleinere verschluckt. Gut möglich, dass dies wirklich einmal passiert ist. In der Natur finden sich wirklich Beispiele dafür. Bakterien können in eukaryonten Zellen leben und beide haben Vorteile davon.
Übrigens, wenn Du Dich einmal allein fühlen solltest, Du bist es nicht. Auf und in Dir wohnen noch hundertmal mehr Zellen als Du selbst besitzt. Deine Mitbewohner wohnen auf Deiner Haut und in Deinem Verdauungsapparat. Es sind wirkliche Freunde, denn sie schützen Dich gegen Krankheitserreger und helfen Dir bei der Verwertung Deiner Nahrung. Aber keine Sorge, waschen schadet trotzdem nicht!
Bernhard Hildebrand