
Die Erde dreht sich um die Sonne. Aber sie ist nicht allein: Sieben weitere Planeten kreisen entgegen dem Uhrzeigersinn um unser so genanntes Zentralgestirn. Dabei sind die Bahnen der Planeten zueinander nur wenig geneigt, so dass sie in nahezu der gleichen Ebene verlaufen. Merkur ist der Sonne am nächsten. Dann folgen Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun.
„Und was ist mit Pluto?", wirst Du Dich vielleicht fragen. Nun, Pluto galt seit seiner Entdeckung im Jahr 1930 als der neunte und äußerste Planet unseres Sonnensystems. Seit 2006 gehört er allerdings offiziell nicht mehr in die Riege unserer Planeten. Ein Grund dafür ist fehlende Größe: Pluto ist zu klein, kleiner noch als unser Mond. Man bezeichnet ihn deshalb auch als Zwergplaneten.
Die ersten vier Planeten - Merkur, Venus, Erde und Mars - bezeichnet man als "erdähnliche Planeten". Sie haben vergleichsweise wenig Masse, keine oder eine nur dünne Atmosphäre, und ihre Oberfläche ist aus Stein.
Die Riesenplaneten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun sind dagegen massereich. Sie haben keine feste Oberfläche. Die großen Planeten werden außerdem von einer mächtigen Atmosphäre umgeben.
Soweit der grobe Überblick. Aber knüpfen wir uns doch mal unsere "Nachbarn" im Einzelnen vor:

Merkur hat seinen Namen vom römischen Gott des Handels. Sein mittlerer Abstand von der Sonne beträgt "nur" 57,9 Millionen Kilometer. Mit einem Durchmesser von 4.880 Kilometern ist Merkur der zweitkleinste Planet des Sonnensystems. Nur Pluto ist noch kleiner.
Für einen Sonnenumlauf benötigt Merkur 88 Erdentage. Die ersten Bilder von der Oberfläche des Planeten Merkur zeichnete der griechisch-französische Astronom Eugenios Antoniadi (1870 - 1944) in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Er gab verschiedenen dunklen und hellen Flecken Namen und entdeckte angeblich Wolken.
Neue Erkenntnisse über Merkur wurden erst im Jahr 1974 gewonnen, als die Raumfähre Mariner 10 am Planeten vorbei flog und ihn fotografierte. Auf diesen Bildern sieht die Oberfläche Merkurs eher so aus wie unser Mond. Genau wie auf unserem Mond gibt es dort sehr viele Einschlagkrater. Sie werden Rupes genannt und sind wahrscheinlich bei der Planetenbildung entstanden.
Die dünne Heliumatmosphäre, die neben Wasserstoff nur geringe Spuren von Sauerstoff enthält, ist nicht in der Lage, Wolken zu bilden. Dieses liegt vor allem an der viel zu geringen Masse des Planeten.
Wegen seiner relativ großen Sonnennähe, kann Merkur nur schlecht beobachtet werden. Er ist nur kurz vor Sonnenaufgang oder kurz nach Sonnenuntergang zu sehen. In unseren Breiten erkennt man den Planeten am besten im Frühjahr abends und im Herbst morgens.

Lange glaubten die Forscher, dass es auf der Venus Leben geben könnte. Dafür sprach zum Beispiel die erdähnliche Masse, eine Atmosphäre mit dicken Wolkenschichten und ihre Oberfläche aus Stein. Außerdem ist der Durchmesser mit 12.150 Kilometern nur geringfügig kleiner als bei der Erde. Dennoch ist alles an dem Planeten lebensfeindlich.
Unter der geschlossenen Wolkendecke herrschen überall auf der Venus Temperaturen von mehr als 470 Grad Celsius. Sie ist der heißeste Planet im Sonnensystem. Von der Sonne aufgeheizt, verhindert die dichte Atmosphäre die Wärmeabstrahlung. Sie ist so dicht und hat einen so hohen Druck, wie auf der Erde das Wasser in 1.000 Meter Tiefe. Zudem besteht die Atmosphäre zu etwa 95 Prozent aus Kohlenstoffdioxid.
Gelegentlich regnet es auf der Venus. Dieser Regen besteht jedoch aus Schwefelsäure. Aufgrund der enormen Hitze erreichen die Regentropfen nicht die Oberfläche, sie verdampfen vorher. Trotz dieser ungastlichen Bedingungen gelang es Raumsonden zu landen und Fotos von der staubigen Oberfläche zu machen.
Ein Sonnenumlauf der Venus dauert 224,7 Erdentage. Ein Venustag dauert länger als ein Venusjahr. Das heißt, die Venus dreht sich schneller um die Sonne, als um sich selbst. Ein Venustag dauert 243 Erdentage.
Die Oberfläche der Venus besteht aus heißen Wüsten, großen Ebenen und wenigen Gebirgen. Das größte Gebirge - oder genauer Hochplateau - trägt die Bezeichnung "Aphrodite Terra". Es liegt in Höhe des Venusäquators und hat in etwa die Größe von Afrika. Die höchsten Berge auf der Venus sind fast 11.000 Meter hoch.
Anders als auf der Erde besteht die Kruste der Venus aus nur einer Platte. Aber abgesehen davon ähneln sich die Planeten im Aufbau. Im Inneren befindet sich ein flüssiger Eisen-Nickel-Kern, darauf folgen der Mantel und die dünne äußere Kruste. Auf der Venusoberfläche wurden erkaltete Lavaströme entdeckt, die länger als die längsten Flüsse der Erde sind.
Auf der Venus gibt es auch Krater. Es sind aber sehr viel weniger als auf dem Merkur. Das liegt daran, dass die dichte Atmosphäre das Eindringen von kleineren Asteroiden verhindert hat. Größere Gesteinsbrocken erreichten jedoch die Oberfläche und hinterließen dicke Einschlagskrater.

Von allen Planeten, die bisher entdeckt wurden, ist unsere Erde der einzige Planet, von dem wir wissen, dass es Leben auf ihm gibt. Die Erde besteht zu 70 Prozent aus Wasserflächen. Daher nennen wir sie auch den "Blauen Planeten". Wasser im flüssigen Zustand hat man bislang auf keinem anderen Planeten gefunden.
Die Ozeane und Meere der Erde zeigen mit ihren riesigen Schelfgebieten, Tiefseeböden, Tiefseegräben und Mittelozeanischen Rücken ein sehr abwechslungsreiches Bild. Informationen über den Aufbau der Erde findest Du in unserem Basic "Aufbau der Erde".
Die Erde umkreist die Sonne in 364,25 Tagen, also in einem Jahr. An einem Tag mit 23 Stunden und 56 Minuten rotiert sie einmal um sich selbst. Zeigt der Teil der Erde, auf dem man sich befindet, zur Sonne, ist Tag. Auf der der Sonne abgewandten Seite herrscht Nacht.
Weil die Rotationsachse der Erde um 23,4 Grad zur Bahnebene geneigt ist, also die Erdachse nicht senkrecht auf der Ebene der Erdumlaufbahn um die Sonne steht, sind die Jahreszeiten entstanden.
Die Erde ist nicht richtig rund. Sie ist an den Polen etwas abgeflacht und am Äquator etwas ausgewölbt. Während sie sich dreht, ist die Bewegung an Punkten des Äquators schneller als an den Polen. Durch die verstärkte Flieh- oder Zentrifugalkraft kommt es am Äquator zur leichten Beulenbildung. Hier ist der Erddurchmesser etwa 43 Kilometer länger als an den Polen.
Wie die anderen Planeten hat auch die Erde ein Magnetfeld. Als die Erde vor Jahrmilliarden noch ein glühender Gasball war, wurde ihre elektrisch leitfähige Materie vom Magnetismus der Sonne erfasst und Elektronen wurden in Bewegung gesetzt. Dadurch wurde Strom erzeugt, und es baute sich allmählich ein eigenes Erdmagnetfeld auf.
Als so genannte Magnetosphäre dehnt es sich weit in den Weltraum aus. Das Magnetfeld dient uns als lebenswichtiges Schutzschild gegen den Sonnenwind. Der magnetische Nord- und Südpol fällt nicht mit dem geografischen Nord- und Südpol zusammen. Eine Kompassnadel zeigt daher auch nur die ungefähre Nord- Südrichtung an.

Mars ist am erdähnlichsten. Benannt wurde der Mars nach dem römischen Gott des Krieges. Auch die angeblichen Marsbewohner waren in der Fantasie der Science-Fiction-Autoren ein kriegerisches Volk. Immer wieder wurden die Menschen in ihren Geschichten von bösen Marsmenschen angegriffen.
Konnte sich aber tatsächlich Leben auf dem Mars entwickeln? Der amerikanische Astronom und Unternehmer Percival Lowell (1855 - 1916) meinte ja. Er deutete die bereits im Jahr 1877 vom italienischen Astronomen Giovanni Schiaparelli (1835 - 1910) entdeckten Schluchten und Gräben, die so genannten "canali" als künstliche Bewässerungssysteme.
1976 brachten die Viking-Sonden jedoch die Erkenntnis, dass es kein hoch entwickeltes Leben auf dem Mars geben kann. Das es einfachste Lebensformen gab oder vielleicht in wasserhaltigen, tieferen Bodenschichten sogar noch gibt, ist nicht völlig ausgeschlossen, meinen zahlreiche Forscher.
Der Mars ist etwa halb so groß wie die Erde. Die Tage dauern auf Mars nur etwa 40 Minuten länger. Es gibt dort auch Jahreszeiten, die jedoch doppelt so lange dauern wie auf der Erde. Die maximale Entfernung von der Erde beträgt rund 400 Millionen Kilometer. Für eine Sonnenumkreisung benötigt der Mars etwa zwei Erdjahre.
Insgesamt ist es auf dem Mars deutlich kälter als hier auf der Erde. Die Durchschnittstemperatur liegt bei Minus 25 Grad Celsius. Der Temperaturrahmen reicht von Plus 20 Grad bis Minus 120 Grad Celsius. Aufgrund der geringen Schwerkraft ist die Atmosphäre sehr dünn. Sie kann deshalb die Sonnenwärme nicht speichern und gibt sie rasch wieder ab. Zu 95 Prozent besteht diese dünne Atmosphäre aus Kohlenstoffdioxid.
Am auffälligsten an der Marsoberfläche ist ihre rötliche Färbung. Ursache dafür sind Eisenverbindungen die sich im Felsgestein und im Staub befinden. Der Planet ist sozusagen "verrostet". Die Landschaften auf dem Mars sind sehr vielfältig. Neben Kratergebieten und Gebirgen gibt es weite Wüsten, vereiste Polkappen, tiefe Schluchten und sehr hohe Vulkane.
Der Riese unter den Vulkanen ist Olympus Mons. Er ist der höchste Berg des Sonnensystems. Der Durchmesser liegt bei 600 Kilometern, und er erreicht eine Höhe von 25 Kilometern. Dies entspricht der dreifachen Größe des Mount Everest.

Jupiter ist der Riese im Sonnensystem. Die Ausmaße des Jupiters sind so gewaltig, dass die Erde 1.300 Mal dort untergebracht werden könnte. Siebzig Prozent der Gesamtmasse aller Planeten entfallen auf ihn.
Jupiter ist ein Wasserstoffplanet. Der Äquatordurchmesser beträgt 143.000 Kilometer. Im Zentrum befindet sich ein etwa 20.000 Kilometer großer Gesteinskern, der Temperaturen um 19.000 Grad hat. Darauf folgt eine Schicht metallischen Wasserstoffes. Diese sorgt mit der hohen Rotationsgeschwindigkeit für das stark ausgeprägte Magnetfeld des Planeten.
Der metallische Wasserstoff geht über in einen breiten Gürtel aus flüssigem Wasserstoff. Daran schließt sich die Atmosphäre an. Sie besteht zum größten Teil aus Wasserstoff und Helium. Daneben sind auch Methan, Ammoniak und andere Bestandteile vorhanden. Zu diesen anderen Bestandteilen zählt Phosphin (PH3), das nach Knoblauch riecht. Auch für Vampire wäre Jupiter also recht "lebensfeindlich".
Jupiter ist nicht nur der größte, sondern auch der schnellste Planet. Für eine Eigenrotation benötigt er weniger als zehn Stunden. Das Auffälligste an Jupiter ist der "Große Rote Fleck". Er ist auf fast jeder veröffentlichen Fotografie von Jupiter zu sehen. Der Fleck ist der größte und langlebigste Sturm im Sonnensystem.
Er ragt mehr als acht Kilometer über die Wolkenschichten hinaus. Seine Ausmaße sind enorm. Der Durchmesser des großen roten Flecks ist dreimal so groß wie der Durchmesser der Erde. Seine rote Färbung erhält er von Phosphor, der entsteht, wenn aufgewirbelte Gase in der oberen Atmosphäre mit dem Sonnenlicht reagieren. Jupiter benötigt für einen Sonnenumlauf etwa 11,86 Erdjahre. Die mittlere Sonnenentfernung beträgt 779 Millionen Kilometer.

Der Saturn ist der Herr der Ringe. Er gehört zu den vier Riesenplaneten und ist von der Sonne aus der sechste Planet. Sein Ringsystem ist zweifellos sein beeindruckendes Hauptmerkmal. Zwar besitzen auch Jupiter, Uranus und Neptun Ringsysteme, aber keines ist so komplex und so beeindruckend. Die einzelnen Teilchen, aus denen sich das Ringsystem zusammensetzt, bestehen aus Gestein und Eis. In grauer Vorzeit kam vermutlich ein Asteroid dem Planeten zu nahe und wurde durch die starke Gravitation zerrieben.
Saturn benötigt für einen Sonnenumlauf fast 29,5 Jahre. Die mittlere Sonnenentfernung liegt bei nahezu 1,5 Milliarden Kilometern. Ein Saturntag dauert etwa zehn Stunden und 25 Minuten, ein Saturnjahr 29,46 Erdenjahre.
Wie bei Jupiter umlaufen helle und dunkle Wolkenbänder den Planeten. Auf dem Saturn ist es aber noch weit stürmischer als auf seinem weit entfernten Nachbarn. Die Winde fegen in Äquatornähe mit Geschwindigkeiten jenseits der 2.000 Stundenkilometer. Die Temperatur in dieser stürmischen Atmosphäre liegt bei Minus 180 Grad Celsius.
Der Saturn enthält einen Kern aus Gestein und Eis, mit einem Durchmesser von etwa 30.000 Kilometern. Den größten Teil des Planeteninneren nimmt aber eine Schicht aus flüssigem Wasserstoff ein. Die Hauptbestandteile der Atmosphäre sind vor allem Wasserstoff und Helium.

Uranus ist von der Sonne etwa doppelt so weit entfernt wie Saturn. Es ist der siebte Planet im Sonnensystem. Wegen der großen Sonnenentfernung kommt nur noch ein Bruchteil des Lichts auf dem Planeten an. Dadurch ist es mit Minus 215 Grad Celsius auch außerordentlich kalt auf Uranus.
Sein Aufbau ähnelt dem von Jupiter und Saturn. Die Atmosphäre besteht zum größten Teil aus Wasserstoff. Andere Bestandteile sind Helium und Methan. Durch den Methan-Dunst schimmert Uranus leicht grün-bläulich.
Ungewöhnlich bei Uranus ist die Neigung der Rotationsachse. Der Planet liegt sozusagen auf seiner Bahnebene, was dazu führt, dass mal der Nordpol und mal der Südpol der Sonne zugewandt ist. Uranus benötigt für einen Umlauf um die Sonne 84 Jahre. Ein Uranustag dauert 17 Stunden und 15 Minuten. Die mittlere Sonnenentfernung liegt bei 2,88 Milliarden Kilometern.
Im Zentrum von Uranus befindet sich ein etwa 7.000 Grad Celsius heißer Gesteinskern. Darauf folgt eine Schicht aus einem Gemisch von Wasser, Methan und Ammoniak. Diese Schicht schließlich geht über in eine Atmosphäre aus Wasserstoff, Helium und Methan.

Der kalte und windige Neptun ist im Sonnensystem der achte Planet. Seine Lage wurde errechnet, bevor er als Planet entdeckt wurde. Es war bekannt, dass Uranus geringfügig aus seiner Bahn weicht. Der britische Astronom John Adams (1819 - 1892) und der Franzose Leverrier (1811 - 1877), ebenfalls Astronom, berechneten Mitte des 19. Jahrhunderts, dass ein anderer Himmelskörper diese Bahnverschiebung verursachen musste. So war die Verlaufsbahn des Neptuns bekannt, bevor er selbst gesichtet wurde.
Im Jahre 1846 schließlich gelang es dem deutschen Astronom Johann Gottfried Galle (1812 - 1910), den fehlenden Planeten an der zuvor ermittelten Stelle zu entdecken. Nähere Erkenntnisse über den Planeten konnten erst 1989 durch die Raumsonde Voyager 2 gewonnen werden.
Bei einer mittleren Sonnenentfernung von 4,5 Milliarden Kilometern benötigt Neptun knapp 165 Jahre für eine Sonnenumkreisung. Ein Neptuntag dauert 16 Stunden und sieben Minuten. Auch Neptun besitzt einen großen dunklen Fleck, ein ausgeprägtes Sturmsystem, in das die Erde von der Größe her leicht hineinpassen würde. Hier wurden Windgeschwindigkeiten von über 1.100 Kilometer pro Stunde gemessen.
Neptuns Aufbau ähnelt dem von Uranus. Auf den heißen Kern folgt eine Masse aus Wasser, Ammoniak und Methan. Diese Schicht geht über in die Atmosphäre. Deren Bestandteile sind vor allem Wasserstoff und Helium. Das ebenfalls vorhandene Methan sorgt für die bläuliche Färbung des Planeten.
In den oberen Atmosphärenschichten gibt es weiße Wolken aus Methaneis. Da die Wolken Schatten werfen, dürften sie sehr hoch liegen. In der Nähe des Südpols existiert ein weiterer Wirbelsturm, ein kleiner dunkler Fleck, der "Skooter" genannt wird.
Dr. Alexander Stahr