

Hast Du schon mal auf einer Weltkarte oder einem Globus bemerkt, wie ähnlich sich die Ostküste Südamerikas und die Westküste Afrikas sind? Doch nicht nur die Küsten passen zusammen, auch bei Gesteinen und Fossilien gibt es Übereinstimmungen.
Denn unsere heutigen Kontinente gehörten früher zu einem riesigen Kontinent, der so genannten Pangäa. Der Begriff Pangäa stammt aus dem Griechischen und bedeutet "eine Erde". Sie begann vor etwa 200 Millionen Jahren zu zerbrechen, und ihre Teile bewegen sich seither auseinander. Europa und Nordamerika entfernen sich beispielsweise noch heute etwa zwei Zentimeter im Jahr voneinander.
Mach Dir einmal ein Kontinentalpuzzle, um dir den Urkontinent Pangäa und die Bewegung der heutigen Kontinente besser vorstellen zu können.
Dazu brauchst Du: Eine Weltkarte, eine blaue Unterlage, Bleistift, Lineal, Transparent- und Pauspapier, Karton und Schere oder Sperrholz und Säge.
Zeichne auf dem Transparentpapier die Umrisse der heutigen Kontinente von einer Weltkarte mit Bleistift nach. Übertrage die einzelnen Teile mit Pauspapier auf einen Karton und schneide sie dann aus. Oder sägst Du gerne Holz aus? Dann übertrage die Umrisse auf eine dünne Spanplatte und säge sie aus.
Nun kannst Du die Kontinente auf einen blauen Karton legen, der das Meer darstellt. Füge die Kontinente zum Urkontinent Pangäa zusammen und bewege sie auseinander an ihren heutigen Platz. Die Küstenlinien der Kontinente werden jedoch nicht genau zusammenpassen. Das liegt daran, dass die Festlandsockel (Schelfe) sozusagen als Saum noch zu den Kontinenten zählen, aber vom Meer überdeckt sind. Übrigens macht sich Dein Kontinentalpuzzle auch gut als Mobile über dem Schreibtisch.
Fragst Du Dich nun, wie die Kontinente sich überhaupt bewegen konnten? Sie schwimmen ja schließlich nicht im Meer. Bewegliche Platten sind die Lösung.
Die Erde ist kein starres Gebilde. Heute ist bekannt, dass die äußerste erkaltete Schale der Erde, bestehend aus Erdkruste und oberstem Erdmantel, die man Lithosphäre nennt, in einzelne Platten zerbrochen ist. Eine Platte kann einen Kontinent, einen Ozean oder Teile von beiden tragen. Einige dieser Platten, wie die Pazifische Platte oder die Eurasische Platte sind sehr groß, andere dagegen viel kleiner. Möchtest Du mal Platten und Kontinente gleiten lassen?
Dazu brauchst Du: Zwei Isomatten, zwei Gegenstände, die Kontinente darstellen und zwei Stühle.
Lege auf jeden Stuhl eine Matte und darauf einen Gegenstand als Kontinent. Stelle die Stühle so dicht nebeneinander, dass sich die Matten gerade noch bewegen lassen (siehe Bild). Drücke die Matten in der Lücke zwischen den Stühlen nach oben. Dabei kannst Du Dir vorstellen, wie zwei ozeanische Platten sich an so genannten Divergenzzonen voneinander weg bewegen. Die Trennungsnarbe wird in den Ozeanen durch Vulkane mit Lava ausgefüllt. Dadurch entstehen so genannte Mittelozeanische Rücken. Kontinente entfernen sich dabei voneinander
An so genannten Konvergenzzonen stoßen die Platten hingegen zusammen. Ziehe die Matten dazu zwischen den Stühlen nach unten. Irgendwann treffen die "Landmassen" auf Deinen Matten aufeinander. Denn Kontinente haben sich nicht nur getrennt sondern auch getroffen. So entfernte Indien sich von Afrika und stieß auf Asien. Dabei entstand auch der gewaltige Himalaja.
Möchtest Du ganz genau wissen, wie unsere Erde aufgebaut ist und die Platten der Lithosphäre sich bewegen? In unserem Basic "Aufbau der Erde" wird alles ganz genau erklärt.
Bilder und Text: Birgit Bender