
Wie Du vielleicht weißt, haben chemische Stoffe einige Eigenschaften, die Du mit Deinen Sinnen wahrnehmen kannst. Andere Eigenschaften kannst Du aber nicht so leicht erkennen, beispielsweise Säuren und Basen. Reaktionen zwischen diesen beiden Gruppen spielen in der Chemie eine wichtige Rolle.
Du brauchst: Saft roter Trauben, Kaiser Natron aus der Drogerie, Zitronensaft, ein Glas, Zucker, Lebensmittelfarbe, kleine Plastikflasche, Essig, Backpulver oder Brause und einen Luftballon.
Selbst schwache Säuren wie Essig oder Zitronensaft schmecken ganz schön sauer, daher der Name. Starke Säuren wie Schwefelsäuren in Batterien sind sehr gefährlich, denn sie "fressen" andere Stoffe regelrecht weg. Sie können Dir glatt ein Loch in die Haut brennen!
Säuren verändern die Farbe gewisser chemischer Stoffe, die als Indikatoren bezeichnet werden. Basen verleihen diesen Indikatoren eine andere Farbe, so dass Du sie unterscheiden kannst. Als Indikator kannst Du den Saft blauer Trauben oder das bläuliche Wasser, das beim Kochen von Rotkohl entsteht, nehmen.
Gib von einer dieser rotblauen Flüssigkeiten etwas auf zwei Teller. Gib beim ersten Teller eine Säure wie Zitronensaft hinzu: Dein Indikator färbt sich rötlich. Gib beim zweiten Teller als Base Natronpulver hinzu: Dein Indikator färbt sich gelblich oder grünlich. Du kannst also Säuren und Basen unterscheiden, da sie den gleichen Indikator verschieden einfärben.
Die Base ist also das Gegenstück zur Säure. Starke Basen, die beispielsweise in Reinigungsmitteln vorkommen sind genauso gefährlich für Dich wie starke Säuren. Schwache Basen wie Natron dienen aber sogar als Heilmittel. Die Reaktion von Basen kannst Du Dir zu Nutze machen, indem Du Dir einen Sprudel mixt.
Fülle kaltes Wasser in ein Glas oder einen Krug. Wenn Du willst, kannst Du etwas Lebensmittelfarbe hinzu geben. Süße das Ganze mit Zucker. Gib nun drei Teelöffel der Base Natron hinzu. Zuletzt musst Du noch sechs Teelöffel der Säure Zitronensaft hinzufügen. Der saure Zitronensaft reagiert sofort mit dem Natron, und Dein Getränk sprudelt! Bei der Reaktion von Säure mit Base ist Kohlensäure entstanden.
Solche Reaktionen zwischen Basen und Säuren prägten auch den Spruch "Erst die Base, dann die Säure, dann geschieht das Ungeheure". Deinen Sprudel kannst Du auch unbesorgt trinken, denn sowohl Natron als auch Zitronensaft sind völlig harmlos.
Willst Du Deine Luftballons nicht selbst aufpusten. Kein Problem: Fülle etwas Wasser in eine kleine Flasche. Zerbrich eine Brausetablette, damit sie durch den Flaschenhals passt, und lass sie in die Flasche fallen. Jetzt stülpe ganz schnell den Luftballon über die Flaschenöffnung und schüttele die Flasche leicht. Was passiert? Die frei werdende Kohlensäure pustet Deinen Ballon ein Stück weit auf.
Es gibt noch weitere Möglichkeiten: Gib etwa zwei Teelöffel Backpulver in eine neue Flasche mit Wasser und zuletzt etwas Essig. Und wieder den Ballon darüber. Sobald der Essig mit dem Backpulver reagiert, kannst Du beobachten, wie sich Gasbläschen bilden. Auch sie "pusten" Deinen Luftballon auf. Beim Kuchenbacken bildet das Backpulver ebenso Bläschen. Dadurch wird der Kuchen locker, luftig und lecker.
Text und Bilder: Birgit Bender