





Hast Du schon mal auf einer Weltkarte oder einem Globus bemerkt, wie ähnlich sich die Ostküste Südamerikas und die Westküste Afrikas sind? Doch nicht nur die Küsten passen zusammen, auch bei Gesteinen und Fossilien gibt es Übereinstimmungen.
Denn unsere heutigen Kontinente gehörten früher zu einem riesigen Kontinent, der so genannten Pangäa. Der Begriff Pangäa stammt aus dem Griechischen und bedeutet "eine Erde". Sie begann vor etwa 200 Millionen Jahren zu zerbrechen, und ihre Teile bewegen sich seither auseinander. Europa und Nordamerika entfernen sich beispielsweise noch heute etwa zwei Zentimeter im Jahr voneinander.
Um Dir die Bewegung der heutigen Kontinente besser vorstellen zu können brauchst Du: Papier- oder Kartonbogen, Gegenstände, die Kontinente darstellen, und zwei Hocker.
Heute ist bekannt, dass die äußerste erkaltete Schale der Erde, bestehend aus Erdkruste und oberstem Erdmantel, die man Lithosphäre nennt, in einzelne Platten zerbrochen ist. Eine Platte kann einen Kontinent, einen Ozean oder Teile von beiden tragen. Einige dieser Platten, wie die Pazifische Platte oder die Eurasische Platte sind sehr groß, andere dagegen viel kleiner. Möchtest Du mal Platten und Kontinente gleiten lassen?
Lege auf jeden Hocker einen Papier- oder Kartonbogen und darauf einen beliebigen Gegenstand als Kontinent. Stelle die Stühle so dicht nebeneinander, dass sich die Bogen gerade noch bewegen lassen und drücke sie in der Lücke zwischen den Stühlen nach oben. Dabei kannst Du Dir vorstellen, wie zwei ozeanische Platten sich an so genannten Divergenzzonen voneinander weg bewegen. Die Trennungsnarbe wird in den Ozeanen durch Vulkane mit Lava ausgefüllt. Dadurch entstehen so genannte Mittelozeanische Rücken. Kontinente entfernen sich dabei voneinander.
An so genannten Konvergenzzonen stoßen die Platten hingegen zusammen. Ziehe die Bogen dazu zwischen den Stühlen nach unten. Irgendwann treffen die "Landmassen" auf Deinen Matten aufeinander. Denn Kontinente haben sich nicht nur getrennt sondern auch getroffen. So entfernte Indien sich von Afrika und stieß auf Asien. Dabei entstand der gewaltige Himalaja.
Aktive Vulkane gibt es konzentriert auf einige Gebiete unserer Erde, meist entlang der Plattengrenzen. Da ist der "Feuergürtel" um den Pazifik, und auch Europa hat aktive Vulkane. Der bekannteste ist wohl der Ätna auf Sizilien, der seit Jahrhunderten immer wieder ausbricht.
Bau Dir Deinen eigenen Vulkan, dann brauchst Du nicht weit reisen und "heiß" wird es auch nicht. Du brauchst: Essig, Natron, rote Lebensmittelfarbe, Spülmittel, Wasser, ein kleines Gläschen und ein Gefäß zum Mischen.
Wie stellst Du Dir einen Vulkan vor? Ein spitzer Kegel ist eine häufige Form von Vulkanbergen. Man nennt ihn Schicht- oder Stratovulkan, und er wird durch immer neue Ausbrüche aufgebaut. Du kannst aus Erde oder feuchtem Sand - am besten im Garten oder auf einem Spielplatz - einen spitzen Vulkanberg formen. In die Bergspitze wird ein kleines Gläschen eingesetzt.
Jetzt mix Dir Deine Lava. Gehe folgendermaßen vor: In das Gefäß in der Vulkanspitze werden etwa drei Teelöffel Natron gefüllt. Mische dann Essig mit Wasser zu gleichen Teilen und gib noch etwas rote Lebensmittelfarbe für die "glühende" Farbe und einen Schuss Spülmittel hinzu. Rühre die Mischung gut um. Nun kannst du die Essig-Mischung langsam und vorsichtig in das Gläschen mit Natron füllen, bis das Glas gut halb voll ist. Die Reaktion erfolgt sofort: Schnell strömt die "Lava" am Vulkanberg herab!
Beim Mischen von Natron mit Essig entsteht Kohlendioxid, ein Gas, das man als feinen Rauch aufsteigen sieht. Außerdem bilden sich dabei viele kleine Bläschen, was durch das Spülmittel noch verstärkt wird. Die Bläschenbildung durch entweichende Gase ist auch typisch für echte Lava. Wenn du die Mischverhältnisse veränderst, fallen auch die Reaktionen verschieden aus. Mehr Spülmittel erzeugt größere Bläschen, reiner Essig mit Natron sorgt für mehr Rauch. Die Farbe kannst Du auch weglassen. Gelbe oder blaue Lavaströme sehen ebenfalls klasse aus. Viel Spaß!
Text und Bilder: Birgit Bender