




Besitzt Du einen Kompass? Das Wort stammt übrigens vom italienischen "compassere", was abschreiten bedeutet. Denn beim "schreiten" durch Wald und Wiese zeigt Dir der Kompass, in welche Himmelsrichtung Du gehst. Der Marsch- oder Wanderkompass ist die wohl einfachste Form. Dort dreht sich eine Magnetnadel über einer Kreisteilung. Und solch einen Kompass kannst Du Dir für den nächsten Orientierungslauf selbst basteln.
Du brauchst: Leichte Pappe, einen Zirkel, Lineal und Bleistift, roten und blauen Filzstift, eine Pinnnadel oder Reißzwecke, einen Nagel, zwei Nähnadeln, Klebeband und einen Magneten.
Male eine Raute auf ein Stück Pappe und schneide sie sorgfältig aus. Male mit Filz- oder Buntstift eine Hälfte blau und eine Hälfte rot an. Dies ist die Grundlage für Deine Kompassnadel. Drücke noch in die Unterseite der Raute genau in die Mitte mit dem Nagel eine kleine Vertiefung.
Streiche mit dem Magneten mindestens 25 mal vom Nadelöhr bis zur Spitze über jede der beiden Nähnadeln. So machst Du aus Nähnadeln Magnetnadeln. Und die kannst Du nun mit Klebeband an der Unterseite Deiner Kompassnadel befestigen. Beide Magnetnadelspitzen müssen sich dabei unter der rot angemalten Hälfte befinden.
Male mit dem Zirkel einen Kreis auf einen Pappbogen. Schneide ihn aus, unterteile ihn in vier gleichgroße Bereiche und zeichne oben Norden, rechts Osten, unten Süden und links Westen ein. Um Dir diese Reihenfolge zu merken, gibt es einen witzigen Spruch: "NICHT OHNE SEIFE WASCHEN". Fertig ist die so genannte Kompassrose.
Klebe nun die Pinnnadel oder Reißzwecke mit der Spitze nach oben genau in den Mittelpunkt dieser Kompassrose. Platziere die Kompassnadel mit der Vertiefung auf dieser Spitze. Wenn sie zu einer Seite kippt, richte sie aus oder schneide die Raute noch etwas zu. Fertig ist Dein Kompass!
Die rote Hälfte der Kompassnadel zeigt nun nach Norden. Wenn Du sie an dem N der Kompassrose ausrichtest, kannst Du auch Westen, Süden und Osten ablesen. Und für den nächsten Orientierungslauf mit Deinen Freunden kannst Du Deinen selbst gemachten Kompass vielleicht in einem durchsichtigen Plastik- oder Glasbehälter verstauen, damit er sich besser im Gelände transportieren lässt. Wenn er nicht mehr funktionieren will, kannst Du ihn mit dem Magneten wieder neu magnetisieren.
Und wie funktioniert der Orientierungslauf (OL)? Beim OL geht es darum, eine auf einer Karte eingezeichnete Strecke, bestehend aus einer Anzahl von Kontrollpunkten (Posten), in einer vorgeschriebenen Reihenfolge abzulaufen. Sieger ist, wer am schnellsten alle Posten angelaufen hat. Zur Unterstützung hat jeder Läufer neben der Karte einen Kompass.
OL ist eine vielseitige Natursportart, die hauptsächlich im Wal, aber auch auf Wiesengelände oder in Ortschaften gelaufen wird. Vom Schulanfänger kann jeder mitmachen und erfolgreich sein. Denn nicht nur die körperliche Fitness reicht allein für einen Sieg aus, sondern eine gute Orientierung. Umgang mit Karte und Kompass erfordert etwas Übung, lässt sich aber schnell erlernen. Du kannst mit Deiner Familie und Freunden einen solchen Lauf selbst veranstalten oder Dich informieren, wann ein OL in Deiner Nähe stattfindet. Viel Spaß!
Text und Bilder: Birgit Bender