
Sonnenuhren werden schon seit der Antike von Menschen gebaut. Vor über 4.000 Jahren begannen die Sumerer Sonnenuhren mit Gnomon (Stab) und Ziffernblatt zu bauen. Es handelt sich dabei um eine Vorrichtung zur Bestimmung der wahren Ortszeit.
Dabei werden entweder die Richtung der Sonne oder ihre Höhe über dem Horizont zur Anzeige der Zeit genutzt: Der mit dem Lauf der Sonne wandernde Schatten eines Stabes zeigt auf einer Skala die Stunden an. Dieser Stab wird Gnomon genannt, was aus dem Griechischen übersetzt soviel wie "Schattenstab" bedeutet.
Auch heute gibt es noch vielerorts Sonnenuhren. Sicher hast Du schon welche auf öffentlichen Plätzen oder in Parks gesehen. Und eine Sonnenuhr kannst Du Dir selbst recht einfach bauen.
Einen großen Bogen stabile helle Pappe (beispielsweise die Rückseite Deines Malblocks), eine Schere, einen Zirkel, ein Lineal, ein Geodreieck, einen Kompass, einen Blei- oder Filzstift, Buntstifte, einen Blumentopf oder Plastikbecher mit Sand oder Erde gefüllt und natürlich Sonnenschein!
Zeichne zunächst einen möglichst großen Kreis mit dem Zirkel auf dem Karton vor. Schneide ihn dann mit der Schere aus. Das ist die Grundlage für Deine Sonnenuhr. Wenn Du gerne mit der Laubsäge arbeitest, kannst Du auch einen Kreis aus dünnem Sperrholz aussägen.
Unterteile dann Deine Uhr mithilfe eines Lineals in vier gleichgroße Teile. Jetzt musst Du zwei Teile, also die Hälfte des Kreises, mit dem Geodreieck in sechs je gleich große Bereiche à 15 Grad teilen. Die sehen dann wie zwölf Tortenstücke aus. Das ist Dein Zifferblatt. Mit einem Stift beschriftest Du das Zifferblatt so, dass es auf der rechten Seite mit 6.00 Uhr anfängt und auf der linken Seite mit 18.00 Uhr aufhört. Eine Sonne, Wolken oder ähnliches kannst Du natürlich auch noch darauf malen.
In den Mittelpunkt Deines Kreises bohrst Du noch ein kleines Loch. Stecke einen dünnen Stab hindurch, welcher der "Schattenwerfer" Deiner Sonnenuhr ist und Dir die Uhrzeit anzeigt. Schatten kann er natürlich nur werfen, wenn die Sonne scheint.
Als nächstes brauchst Du den passenden Standort für Deine Sonnenuhr. Hast Du einen Balkon oder ein sonniges Plätzchen im Garten? Damit Dir die Sonnenuhr die richtige Uhrzeit anzeigt, musst du sie in Richtung Norden ausrichten. Dazu brauchst Du den Kompass.
Als Sockel Deiner Sonnenuhr kannst Du einen Blumentopf oder Plastikbecher mit Erde füllen. Drück den Stift so fest in die Erde, dass das Zifferblatt parallel zum Boden steht. Richte den unbeschrifteten Teil der Uhr nach Süden aus. Jetzt kann es losgehen! Scheint die Sonne? Dann fällt der Schatten deines Stiftes als Uhrzeiger auf die aufgezeichnete Uhr und verrät Dir, wie spät es ist. Aber aufgepasst: Jetzt im Sommer haben wir ja mit der Sommerzeit die Uhr um eine Stunde vorgedreht. Das musst Du beim Ausrichten auch berücksichtigen. Richte also die 13 Uhr Marke genau nach Norden aus!
Noch Ein kleiner Tipp für alle die, die nicht wissen wo Norden ist, weil sie keinen Kompass haben:
Wenn du ein bisschen schummelst und vorher auf Deine Uhr schaust, dann brauchst Du die Sonnenuhr nur solange zu drehen, bis sie mit der Uhrzeit auf Deiner Armbanduhr übereinstimmt. Schon hast Du Norden ausgemacht, und fertig ist Deine Sonnenuhr, sogar mit Sommerzeit!
Text und Bilder: Birgit Bender