




Vor etwa 80 Jahren erfand der Kaufmann Theodor Belthe eine tolle Sache: das Brausepulver. Fertige Limonade oder Cola gab es damals noch nicht. Der Kaufmann hatte ein "Jahrhundert-Pulver" erfunden, das es Anfangs nur in den Geschmacksrichtungen Orange und Zitrone gab. Großer Beliebtheit erfreut es sich noch heute. Auch bei Dir? Dann schau es Dir mal ganz genau an.
Du brauchst: Fertiges Brausepulver, einen Teller, einen Zahnstocher und eine Lupe, Natron, Apfel-, Wein- oder Zitronensäure aus der Apotheke, Puderzucker, Teelöffel, Glas, Wasser und eine Filmdose.
Leere ein Brausepäckchen auf einem Teller (wenn möglich schwarz) aus. Betrachte das Brausegemisch nun durch die Lupe. Du wirst ganz unterschiedliche Formen und Größen an Kristallen und verschiedenen Farben (Farb- und Aromastoffe) entdecken. Versuche nun, die wichtigsten Bestandteile mit einem Zahnstocher zu trennen und an verschiedene Seiten des Tellers zu schieben.
Alles schön sortiert? Dann feuchte Deinen Zeigefinger an und koste ein Häufchen nach dem anderen: Was schmeckst Du? Ein Bestandteil schmeckt süß, einer sauer und einer bitter. Farbstoff ist eher geschmacksneutral und der Aromastoff entspricht der Frucht des jeweiligen Brausepulvers. In so einem Tütchen Brause steckt einiges drin!
Brausepulver kannst Du aus mehreren Bestandteilen auch selbst mischen. Nimm ein Trinkgefäß und einen Teelöffel und mische wie folgt: Gib einen Löffel Natron und zwei Löffel Apfel-, Wein- oder Zitronensäure in den Becher. Gib für den süßen Geschmack noch zwei Löffel Puderzucker hinzu.
Als Aroma kannst Du fünf Tropfen ätherisches natürliches Zitronen- oder Orangenöl hinzugeben. Und, je nach Belieben, noch eine Prise Speisefarbenpulver. Was fehlt noch? Logo, das Wasser. Fülle den Becher noch mit Wasser auf und schon beginnt Deine leckere Brause zu sprudeln. Aber warum eigentlich?
Bestandteil des Brausepulvers ist Natron. Mit Natron kann man beispielsweise backen, chemisch handelt es sich beim Natron um eine Base. Mischt man eine Base mit einer Säure (wie Apfelsäure) und gibt dann Wasser hinzu, beginnt es zu sprudeln. Dabei wird Kohlenstoffdioxid frei. In Wasser gelöst nennst Du es Kohlensäure. Die Mischungsverhältnisse kannst Du je nach Geschmack variieren.
Führe folgenden Versuch draußen oder in der Badewanne durch: Gib zwei bis drei Löffel fertiger oder selbst gemischter Brause in eine Filmdose, fülle sie bis zur Hälfte mit Wasser auf, schnell den Deckel drauf und auf den Deckel aufstellen.
Was passiert? Nach ein paar Sekunden fliegt die Filmdose mehrere Meter in die Luft! Die Kohlensäure, die sich gebildet hat, braucht Platz und sprengt Deine Brauserakete vom Deckel weg in die Höhe. Natürlich kleckert dabei auch die Brause heraus, daher sind als Standort Badewanne oder Wiese zu empfehlen.
Text und Bilder: Birgit Bender