





Sammelst Du im Urlaub, auf dem Spaziergang oder am Bach immer wieder Deine Taschen voll Steine und nimmst sie mit nach Hause? Dann weißt Du, dass es ganz schön viele verschiedene Gesteine gibt. Vielleicht weißt Du auch schon, wie Du Quarz oder Sandstein erkennen und unterscheiden kannst und hast auch ein Bestimmungsbuch zu Hause. Ein paar Tipps können Dir helfen, das Steine kloppen und bestimmen richtig anzugehen. Viel Spaß!
Du brauchst: Eine gute Lupe, sie sollte zehnfach vergrößern, einen Hammer, möglichst einen Geologenhammer, eine Schutzbrille, zehnprozentige Salzsäure aus der Apotheke, ein Taschenmesser, eine Feile und ein Bestimmungsbuch für Gesteine und Mineralien.
Los geht's: Hast Du eine Auswahl an Steinen gesammelt? Dann geht es ans Steinekloppen. Ganz wichtig ist, dass Du zunächst eine Schutzbrille aufsetzt und zwar jedes Mal, bevor Du mit dem Hammer einen Stein zerschlägst, denn es können immer spitze Gesteinssplitter fliegen! Wenn Du ganz sicher gehen willst, kannst Du die Steine vorm Zerschlagen in ein altes Tuch wickeln.
Ziele möglichst in die Mitte des Steins. Sobald der Stein in zwei oder mehr Stücke zersprungen ist, kannst Du ein Stück mit Bruchkante für die Bestimmung beiseite legen. Für die Mineralbestimmung wird immer eine frische Bruchfläche gebraucht. Du wirst schon beim Steinekloppen merken, dass nicht nur die Mineralien von Gestein zu Gestein unterschiedlich sind. Auch die Härte ist für die Bestimmung von großer Bedeutung. Der eine Stein zerbricht beim ersten Hammerschlag, der andere lässt sich nicht zerschlagen, sondern Du schaffst es nur, eine kleine Kante abzuschlagen.
Jede Gesteinsbestimmung erfolgt dann in zwei Schritten. Schau Dir erst das so genannte Gefüge an, also die Anordnung der Minerale. Daraus kann sich schon eine Vermutung ableiten, ob Du ein magmatisches, metamorphes oder sedimentäres Gestein vor Dir hast. Bestimme dann die Minerale soweit möglich. Das mit Abstand wichtigste Hilfsmittel dafür ist die Lupe. Dazu kommen die Salzsäure und das Taschenmesser für eine Ritzprobe.
Bei der Bestimmung der Minerale kannst Du nach folgendem Schema vorgehen. Die erste Frage ist: "Gibt es Quarz?". Denn sowohl die Anwesenheit als auch das Fehlen von Quarz lässt bestimmte andere Minerale erwarten und schließt einige andere aus. Auch ist damit eine Vorauswahl getroffen, welches Gestein Du vor Dir haben könntest. Die zweite Fragengruppe: "Gibt es Feldspäte? Wie viele verschiedene? Welche sind es?". Oft lässt sich danach bereits eine vorläufige Bestimmung mit Hilfe des Mineralienführers treffen.
Mit der verdünnten Salzsäure schließlich kannst Du feststellen, ob ein Gestein die Mineraliengruppe der so genannten Karbonate enthält. Sie sind meist weich, sehen weißlich aus und enthalten Kohlenstoff und Sauerstoff. Ein Beispiel ist Kalkspat (Kalziumkarbonat), aus dem Kalkstein und Marmor bestehen. Die Karbonate lösen sich in verdünnter Salzsäure, was Du an der Bläschenbildung erkennen kannst.
Mit der Zeit hast Du immer mehr Erfahrung, und die Bestimmung geht leichter von der Hand. Viel Erfolg!
Text: Birgit Bender