




Nicht nur an Silvester sind Raketen der faszinierende Höhepunkt - das ganze Jahr über gibt es hier und da Feuerwerk zu Festen. Doch Du brauchst keine teuren Raketen: Lass mal welche abgehen mit ganz einfachen Mitteln, die Du im Haushalt finden kannst. Hier ein paar Möglichkeiten. Viel Spaß!
Leere einen Teebeutel aus, falte ihn auseinander und stelle ihn als Zylinder auf einen Porzellanteller oder die Spüle. Zünde ihn oben an und beobachte, was passiert: Er brennt ab und steigt dabei tatsächlich in die Luft. Warum? Warme Luft besitzt eine geringere Dichte als kältere, wird also leichter. Darauf beruht beispielsweise auch die Tragfähigkeit von Heißluftballons, bei denen die in einer leichten Hülle befindliche Luft mit einem Gasbrenner erhitzt wird. Beim Abbrennen der Teebeutel-Hülle neigt sich das entstehende Aschenetz nach innen und erschwert damit das Hinaufströmen der heißen Luft. Als Folge davon wird der Teebeutel in die Luft getragen. Er ist also eigentlich eher ein ostfriesischer Heißluftballon!
Bereitet nun die Luftballon-Rakete vor: Zieht eine Schnur durch einen Trinkhalm. Zwei Kinder halten die Schnur gespannt, jetzt könnt Ihr nacheinander einen Luftballon aufpusten, mit Klebestreifen am Trinkhalm befestigen und loslassen. Es kann sich auch jemand auf einen Stuhl oder Tisch stellen. Dann könnt Ihr testen, ob die Luftballonraketen auch ordentlich hoch sausen können. Und wie funktioniert das Ganze? Im Luftballon herrscht ein viel höherer Luftdruck als außen. Lässt Du ihn los, kann Luft entweichen, um den Druck auszugleichen und verleiht dem Ballon Schubkraft wie die Triebwerke es bei einer richtigen Rakete tun.
Sucht Euch einen Platz im Freien. Jetzt starten die Brauseraketen, jeder darf mal: Füll eine Filmdose halb voll Wasser, gib eine Brausetablette hinein, schnell schließen und verkehrt herum auf den Boden stellen. Zähl den Count-down: 10, 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2, 1: Fliegen alle Raketen gleich hoch? Du kannst die Wassermenge etwas variieren. Und warum fliegen die Filmdosen meterhoch? Wenn Brause mit Wasser in Berührung kommt, bildet sich das Gas Kohlenstoffdioxid, das Dir als Kohlensäure bekannt ist. Davon entsteht eine Menge, und in der Filmdose ist nicht genug Platz. Also sprengt der Überdruck die Filmdose vom Deckel, und sie fliegt hoch in die Luft!
Bastele Dir noch eine Streichholzrakete. Du brauchst Streichhölzer, Zahnstocher und Alufolie: Schneide etwa drei Zentimeter breite und sechs Zentimeter hohe Streifen aus Alufolie zu. Nimm ein Streichholz, halte den Zahnstocher an das Streichholz, so dass die Stecknadelspitze den Zündkopf berührt. Wickle die Aluminiumfolie straff um den Zündkopf. Die Folie sollte etwa fünf Millimeter unter dem Zündkopf enden. Falte das überstehende Stück Folie über den Zahnstocher. Entferne schließlich den Zahnstocher, denn er war nur das Hilfsmittel, um einen Antriebskanal zu formen. Stell Die Rakete in eine zur Startrampe gebogene Büroklammer und zünde sie an. Wie weit fliegt sie? Hier entzündest Du den Zündkopf des Streichholzes in der Alufolie. Heiße Luft dehnt sich aus, entweicht durch den Antriebskanal und verleiht der Streichholzrakete die nötige Schubkraft zum Abheben!
Text und Bilder: Birgit Bender