

Ein starkes Erdbeben erschütterte im Mai 2006 die indonesische Insel Java. In vielen Medien wurde darüber berichtet, welch katastrophale Auswirkungen es für die Menschen dort hat. Fast 5.000 Menschen sollen dabei ums Leben gekommen sein. Da fragst Du sicherlich nach den Gründen.
Das Erdbeben hatte eine Stärke von 6,3 auf der Richterskala und es geschah am frühen Morgen. Das ist einer der Gründe für die hohe Zahl der Todesopfer: Gebäude stürzten ein, die Menschen wurden im Schlaf überrascht und konnten sich nicht mehr ins Freie retten.
200.000 Menschen ohne Zuhause
Am stärksten von dem Beben betroffen war die Region Bantul, die südlich der Stadt Yogyakarta liegt. Angesichts von mehr als 470 Nachbeben trauten sich viele der Menschen, deren Häuser nicht zerstört wurden, nicht mehr nach Hause. Durch das Erdbeben wurden etwa 200.000 Menschen obdachlos.
In der Gegend des Erdbebenzentrums liegt auch der Vulkan Merapi, der schon Wochen zuvor verstärkte Aktivität aufwies. TK-Logo berichtete. Kurz nach dem Erdstoß warf Merapi eine Wolke aus heißen Gasen und Asche bis in rund dreieinhalb Kilometer Höhe aus.
Sind Vulkanausbrüche zu befürchten?
Das Beben könnte auch stärkere Ausbrüche des Vulkans ankündigen, warnte das Ministerium für Energie und Bergbau. Beim letzten Ausbruch des Merapi 1994 kamen über 60 Menschen ums Leben. Indonesien hat die weltweit höchste Dichte von Vulkanen und ist Teil des so genannten "Pazifischen Feuerrings" im Pazifischen Ozean mit regelmäßigen Erdbeben und Vulkanausbrüchen.
Erdbeben sind auf Java also keine Seltenheit. Doch sie treffen hier besonders viele Menschen. Denn Java hat etwa 130 Millionen Einwohner (Stand 2004), mehr als jede andere Insel der Erde! Mit fast 1.000 Einwohnern je Quadratkilometer ist die Bevölkerungsdichte eine der höchsten der Welt.
Außerdem sind viele Gebäude nicht erdbebensicher gebaut, besonders die Häuser der einfachen Bevölkerung. Die Erdstöße beschädigten auch die Landebahn des Flughafens von Yogyakarta, der vorerst geschlossen wurde. Ferner brach in der Region die Stromversorgung zusammen, und die meisten Telefonnetze fielen aus. All das erschwerte noch die internationalen Rettungsaktionen, die von den vielen betroffenen Menschen auf Java dringend gebraucht werden.
Text: Birgit Bender