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Verkehrsregeln beim Autokorso?

 10-14
 

Die Polizei drückt schon mal ein Auge zu


 
Auto
Fußballfieber - da drückt die Polizei ein Auge zu. (Bild: gw)
 

Daran haben wir uns längst gewöhnt: Hupende und jubelnde Fußballfans fahren ungeachtet vieler Verkehrsregeln mit ihren Autos durch die Straßen und verursachen ein Verkehrschaos. "Autokorso" wird das Treiben genannt und bei keiner Welt- oder Europameisterschaft fehlt es. Die Polizei duldet den Spaß meist - solange gewisse Spielregeln eingehalten werden.

Wer Auto fährt, ohne den Sicherheitsgurt angelegt zu haben, riskiert ein Knöllchen, wenn die Polizei das bemerkt. Vielleicht haben Deine Eltern ja selbst schon mal den Gurt vergessen und ein solches Bußgeld kassiert.  

Bei einem Autokorso verstoßen die Teilnehmer nicht nur gegen die Gurtpflicht, sondern gegen weitere Vorschriften der Straßenverkehrsordnung, kurz StVO. Sie halten Fahnen aus dem Auto, hupen wild herum, grölen und jubeln, schauen aus dem Schiebedach oder strecken sich aus dem Seitenfenster heraus, behindern unangemeldet den Verkehr und achten nicht auf Verkehrszeichen.

Kein Pardon bei Alkohol
Trotzdem greift die Polizei in der Regel nicht ein. Es sei denn, der Fahrer hat Alkohol getrunken. Da kennt die Polizei kein Pardon, dann ist die Fahrt sofort zu Ende. Aber wieso nicht aus all den anderen Gründen?

Dazu meint Helmuth Klinger, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Westhessen: "Autokorsos direkt nach einem Spiel werden von der Polizei toleriert, sofern niemand dadurch gefährdet wird und sich die Teilnehmer an gewisse Spielregeln halten."

Was das genau bedeutet? Klinger erläutert: "Das heißt, dass keine Gegenstände aus den fahrenden Fahrzeugen geworfen werden und das nicht gerast wird, weil dadurch andere Verkehrsteilnehmer gefährdet werden können. In solchen Fällen muss die Polizei einschreiten und sie tut es auch. Denn Gefahrenabwehr hat Vorrang."

Die Polizisten wägen ab
Dem Verhalten der Polizei liegt das Prinzip der so genannten Verhältnismäßigkeit der Mittel zugrunde. Würde die Polizei jedes Mal eingreifen, könnte es durchaus zu Konfrontationen mit den jubelnden Fans kommen. Das würde noch mehr Polizeieinsatz erfordern. Außerdem, so der Polizeisprecher, führen die Autokorsos normalerweise recht langsam, sodass Unfälle in der Regel nicht zu erwarten seien. 

Die Polizei drückt also um des lieben Friedens Willen ein Auge zu, wenn dies geboten scheint. 

Quelle: Polizeipräsidium Westhessen, Dr. Alexander Stahr
 
 
 
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