




Du hast schon einmal tolle Bilder von Island gesehen? Vielleicht warst du ja schon selbst einmal dort. Egal wie, Island ist einfach faszinierend. Vulkane, Geysire und heiße Schlammquellen prägen das Landschaftsbild.
Island ist ein geologisch junges Land, weil sein Ursprung vulkanisch ist. Auch heute noch sind die Vulkane dort aktiv. Hinzu kommen die gigantischen Gletscher. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes eine "heiße Mischung".
Nirgendwo sonst auf der Erde finden sich mehr Vulkane und vulkanische Erscheinungen so nah beieinander wie auf Island. Wo man sonst viele Kilometer fahren oder fliegen muss, um bestimmte Naturerscheinungen beobachten, sind auf Island oft nur wenige Schritte nötig.
Das besondere an Island sind zwei geologische Erscheinungen. Zum einen liegt Island genau auf dem so genannten Mittelatlantischen Rücken, der den Atlantik der Länge nach durchzieht. Hier spreizt sich der Ozeanboden, was der Geologe Sea-floor-spreading nennt.
Diese Spreizung des Ozeanbodens entsteht dadurch, dass entlang des Mittelozeanischen Rückens heißes Magma nach oben strömt, das den Rücken aufwölbt und so die Erdplatten auseinander treibt. Das Spreading-Zentrum, also die Naht in der Erdkruste, verläuft ziemlich genau in Süd-Nord-Richtung quer über die gesamte Insel.
Daher gehört ein Teil der Insel zu Amerika, die andere Hälfte zu Eurasien, weil Europa und Asien ein Erdteil sind. Der andere Grund für die geologische Besonderheit Islands: Island liegt genau über einem so genannten Hot-Spot. Das sind Magmaströme, die aus einigen hundert Kilometern Tiefe aus dem Erdmantel aufsteigen und ihre Position kaum ändern.
Ihr Magma brennt sich wie ein heißer Strahl an die Erdoberfläche und sorgt so für große Vulkane. Vor rund 36 Millionen Jahren schob sich das Spreading-Zentrum des damals noch jungen Atlantiks über diesen Hot-Spot. Ungeheure Mengen an Magma wurden dadurch gefördert, die zunächst ein unterseeisches Plateau entstehen ließen.
Vor etwa 17 Millionen Jahren begann sich über den Meeresspiegel schließlich die Insel Island aufzubauen. Die größten Vulkane befinden sich heute unter den Gletschern. Deshalb sind nicht ihre Ausbrüche so gefährlich, sondern die Eisschmelzen, die durch sie verursacht werden. Gewaltige Wassermassen strömen dann in Richtung Meer und reißen alles mit.
Faszinieren sind auch die vielen Geysire auf Island. Es gibt dort so viele Geysire, weil die Insel auf dem mittelatlantischen Rücken sitzt. An dieser Schwachstelle der Erdkruste steigt Magma auf, und es bilden sich Magmakammern in Hohlräumen des Gesteins.
Dadurch werden die benachbarten Gesteine erhitzt. Wasser, das im Untergrund zirkuliert, wird dabei erwärmt. Kann sich dieses Wasser frei zur Erdoberfläche zurückbewegen, entstehen lediglich heiße Quellen oder blubbernde Schlammlöcher.
Ist eine Quellröhre jedoch derart gebaut, dass das Wasser teilweise im Gestein eingeschlossen bleibt, kann es nicht sieden, auch wenn die entsprechende Temperatur längst überschritten ist. Es überhitzt und eine Dampfblase baut sich auf, wodurch das heiße Wasser explosionsartig nach oben geschleudert wird.
Tritt nur Dampf aus, spricht man von einer Fumarole. Ein steter Wasserzufluss bewirkt die ständige Wiederholung dieses Vorgangs - oft in regelmäßigen Abständen. Daher braucht man nur ein wenig Geduld, um den nächsten Geysir beobachten zu können.
Dr. Alexander Stahr