Er studierte, rechnete, verglich Zahlen und stellte mit seinen Untersuchungen das Weltbild des Mittelalters auf den Kopf. Nikolaus Kopernikus gilt als Vater der modernen Sternenkundler. Er bewies, dass die Sonne im Zentrum unseres Universums steht und nicht – wie bis dahin vermutet – die Erde.

So sah Nikolaus Kopernikus aus
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Willst Du verstehen, welche Erkenntnis Nikolaus Kopernikus berühmt machte und warum das die katholische Kirche als einen Angriff auf ihre Lehre verstand? Dann mach Dich in Gedanken auf in das kleine Städtchen Fromberg an der polnischen Ostsee. Dort hängt im Glockenturm des Kopernikus-Museums ein riesiges Pendel von der Decke. Es zeigt, dass sich die Erde um sich selbst dreht. Die Kirche lehnte diese Erkenntnis ab, denn der Bibel zufolge durfte sich die Erde nicht im Weltraum bewegen.
In dem Museum in Fromberg siehst Du außerdem ein Bild, das den Astronomen Kopernikus bei seiner Lieblingsbeschäftigung zeigt: Er schaut durch ein riesiges Fernglas und hält mit den Sternen Zwiesprachen. Astronom ist übrigens ein anderes Wort für Sternenkundler.
Wie funktioniert ein Pendel? Ein Pendel besteht aus einer Kugel, die an einem Draht befestigt ist und in alle Richtungen frei schwingen kann: nach rechts, links, schräg oder geradeaus. Das Seil bewegt sich dabei immer in einer Ebene. Man nennt sie die Schwingungsebene. Beobachtest Du das Pendel nun (zum Beispiel im Kopernikus-Museum) eine gewisse Zeit lang, scheint sich die Schwingungsebene langsam zu drehen. Das aber ist ein Irrtum: Nicht die Ebene des Seils verändert sich, sondern der Erdboden darunter. Das Pendel schwingt immer in der gleichen Richtung, die Erde aber dreht sich. Das Pendel ist ein Beweis dafür, dass Kopernikus Recht hatte und die Erde sich langsam um sich selbst dreht.
Kopernikus war vielseitig gebildetNikolas Kopernikus wurde 1473 ist in der polnischen Stadt Thorn geboren. Mit 18 Jahren begann er an der Universität Krakau Mathematik zu studieren. Nach ein paar Jahren wechselte er an die Universitäten nach Bologna und Padua in Italien. Dort belegte er zusätzlich die Fächer Medizin, Kirchenrecht und Astronomie.
Während des Studiums stieß der wissbegierige Student auf interessante Schriften des griechischen Mathematikers Aristarchos von Samos. Er hatte gut 1000 Jahre vor Kopernikus gelebt. Als erster Mensch behauptete Aristarchos damals, dass die Sonne und nicht die Erde das Zentrum der Welt sei – eine bis in Kopernikus Zeit hinein gewagte Vermutung!
Kopernikus begeisterte sich für diese Sicht auf die Welt. Er versuchte, die Hypothese des Gelehrten zu beweisen und stellte umfangreiche Berechnungen auf. Schließlich kam Kopernikus zu dem Ergebnis: Tatsächlich müsse die Sonne und nicht die Erde im Mittelpunkt des Universums stehen. Und die Planeten müssten auf Bahnen um sie herum kreisen. Außerdem stellte er fest, dass die Erde sich einmal jährlich um die Sonne und einmal täglich um sich selbst dreht.
Die Sonne ist das Zentrum
Die Sonne bildet den Mittelpunkt des Universums, die Erde dreht sich um sich selbst: Mit diesen beiden Erkenntnissen veränderte Kopernikus das Weltbild des Mittelalters komplett. Man spricht daher auch von der "kopernikanischen Wende".
Bis dahin glaubten viele Menschen an die Theorie des griechischen Philosophen Ptolemäus. Der ging davon aus, dass die Erde das Zentrum der Welt sei und sich die Sonne samt Planeten um sie drehen. Da Kopernikus jedoch klar war, dass einige Wissenschaftler und die Kirche seine Studien zum Sonnensystem ablehnen würden, sprach er nur mit wenigen Vertrauten darüber. Die sechs Bücher, die er verfasste, erschienen erst nach seinem Tode und wurden umgehend verboten.

Das ist ein kleines Pendel. Im Kopernikus-Museum ist es natürlich noch viel größer. Einziger Unterschied: Es wird nicht von einer Hand gehalten, sondern ist fest installiert.
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Kirche lehnt Kopernikus Weltbild ab
Kopernikus behielt recht: Vor allem bei der katholischen Kirche sorgten seine Theorien für Aufsehen und Ärger. Die Kirche verstand die neue Weltsicht als Gotteslästerung, weil sie im Widerspruch zur Kirche stehen würde. Wäre Kopernikus bei Veröffentlichung seiner Werke noch am Leben gewesen, hätte man ihn vermutlich zu Tode gefoltert.
Doch dazu kam es nicht. Der Sternenkundler starb 1548 in Fromberg. Heute erinnert das Kopernikus-Museum an sein Werk. Erst 1828 erkannten die Kirchenmächtigen seine Lehre offiziell an. Doch diese Anerkennung hatte nur noch eine geringe Bedeutung. Schon lange vorher war den meisten Menschen klar geworden, dass Kopernikus mit seinen Theorien Recht gehabt hatte. Was die Kirche von der Stellung der Sonne und der Erde hielt, interessierte nicht mehr so viele.