Erdwärme hat viele Vorteile
Im Vergleich zu anderen Energieformen hat Erdwärme viele Vorteile: Anders als beispielsweise Sonne und Wind ist Erdwärme immer verfügbar. Sie kann rund um die Uhr und an jedem Ort genutzt werden. Und: Bei ihrer Nutzung entstehen keine Stoffe, die die Umwelt schädigen. Das Prinzip der Geothermie ist einfach: Je tiefer das Bohrloch im Erdboden ist, umso höher steigt die Temperatur im Inneren. Mit steigender Temperatur steigt auch die Energiemenge, die zum Beispiel die Betreiber eines Kraftwerks aus der natürlichen Erdwärme gewinnen können.
Heizen mit der Wärmepumpe
Wenn Experten vergleichsweise nah an der Erdoberfläche bleiben und bis zu 400 Meter tief bohren, herrschen Temperaturen zwischen 8 und 12 Grad Celsius. Schon diese Temperaturen reichen aus, um zum Beispiel mit Hilfe von so genannten Wärmepumpen Wasser für die Dusche oder die Heizung eines Einfamilienhauses zu erhitzen. Viele Hausbesitzer nutzen diese Technik und sparen dadurch Öl, Gas oder Strom. Eine Wärmepumpe funktioniert ähnlich wie ein Kühlschrank - nur umgekehrt. Eine Flüssigkeit, die Wärme aufnehmen kann, wird durch Rohre in die Erde geleitet. Als Transportmittel für die Wärmeenergie werden Stoffe eingesetzt, die schon bei niedrigen Temperaturen verdampfen - so zum Beispiel der Kohlenwasserstoff Propan (C3H8), den Du vielleicht als Flüssigkeit in der Patrone eines Campingkochers kennst. Verdampfen heißt, dass aus einer Flüssigkeit ein Gas wird.
Wie ein langer Zug die Passagiere an der Strecke nimmt das flüssige Propan auf seiner Reise durch die Rohre die Wärmeenergie der Erde auf und verdampft dadurch. Im Verdichter der Wärmepumpe wird das gasförmige Propan zusammengepresst, durch den Druck steigt seine Temperatur. Das erhitzte Gas strömt weiter zum Verflüssiger, einem so genannten Wärmetauscher, in dem die aus der Erde gewonnene Wärmeenergie beispielsweise an das Heizungs- oder Warmwassersystem eines Hauses abgegeben wird. Durch das Entziehen der Wärmeenergie und den sinkenden Druck kühlt das Propan ab, wird wieder flüssig und kann erneut Wärme aufnehmen. Ein Kreislauf entsteht. Ein Nachteil der Wärmepumpe ist, dass wir Strom benötigen, damit sie funktioniert.