Ist Dir aufgefallen, dass Du in letzter Zeit häufiger das Licht anknipsen musst? Logo, im Herbst und Winter wird es früher dunkel als im Sommer. Für Helligkeit sorgen Glühlampen. Vielleicht hast Du in den Nachrichten gehört, dass die Glühlampen, die bisher hauptsächlich genutzt wurden, abgeschafft werden? Ihre Nachfolger sind die Energiesparlampen. TK-Logo erklärt Dir den Unterschied.
Jedes Mal, wenn Du das Licht einschaltest, wird Energie in Form von Strom verbraucht – bis Du es wieder ausknipst. Die herkömmliche Glühbirne wandelt die meiste Energie in Wärme um. Nur etwa fünf Prozent der Energie wird zu Licht. Das ist eine ganz schön große Verschwendung, oder? Stell Dir vor, Du würdest immer einen Umweg zur Schule laufen – Du bräuchtest viel mehr Zeit, um ans Ziel zu kommen. Das ist nicht effizient. Als "effizient“ bezeichnet man eine Wirkung, die mit möglichst geringem Einsatz erzielt wird. Um bei dem Beispiel mit der Schule zu bleiben: Dein "Einsatz" ist die Zeit, die Du für den Schulweg benötigst, die "Wirkung" ist das Erreichen der Schule. Wenn Du den direkten Weg zur Schule nimmst, benötigst Du am wenigsten Zeit – das ist effizient. Bei Glühlampen ist die Frage, wie viel Energie aufgewendet werden muss, um Licht in der gewünschten Helligkeit zu erzeugen. Eine normale Glühbirne arbeitet also nicht effizient: Sie verschwendet viel Energie, um Licht zu machen.
So funktioniert eine Glühbirne
Im Glaskolben sitzt ein dünner Metalldraht. Man nennt ihn Glühfaden oder Glühdraht. Wenn Du auf den Lichtschalter drückst, fließt Strom durch den Glühdraht. Dadurch wird er extrem heiß (bis zu 2500 Grad Celsius!) und beginnt zu glühen: Es wird hell. Ohne den Glaskolben um ihn herum würde der Draht in Kontakt mit der Luft, die uns umgibt, schnell verbrennen. Damit er lange glüht, ist der Glaskolben mit einem Gas gefüllt. Dieses Gas verhindert, dass der Draht zu schnell verbrennt.
Schluss mit der VerschwendungDiese Verschwendung fanden die Politiker in Europa nicht gut, da ein hoher Energieverbrauch schlecht für die Umwelt ist. Denn bevor die Energie als Strom aus der Steckdose kommt oder durch die Lampe fließt, muss sie erst einmal erzeugt werden. Dazu betreiben Energiekonzerne Kraftwerke, in denen sie Rohstoffe wie Erdöl, Erdgas oder Kohle verbrennen und die entstehende Wärme in Strom umwandeln. Bei der Verbrennung entstehen umweltschädliche Gase wie Kohlendioxid (Co2). Die europäischen Politiker wollen den Energieverbrauch und somit die schädlichen Gase verringern. Um die Umwelt zu schützen, legten die Politiker deshalb per Gesetz Mindestanforderungen für die Energieeffizienz von Glühlampen fest. Das heißt, es dürfen in Europa nur noch Glühlampen verwendet werden, die wenig Energie benötigen. Seit September 2009 werden daher die alten Glühbirnen schrittweise bis 2012 abgeschafft.
Übrigens Wie funktioniert eine Energiesparlampe? Also, das Glasrohr oder der Glaskolben ist mit einem bestimmten Gas gefüllt. Wenn Du auf den Lichtschalter drückst, regt der Strom das Gas dazu an, ultraviolettes Licht (UV-Licht) zu erzeugen. Dieses UV-Licht ist für Menschen nicht sichtbar. Damit die Lampe Licht erzeugt, das wir sehen können, ist die Innenwand mit einem Leuchtstoff beschichtet. Das ist eine Chemikalie, die die UV-Strahlen in für uns sichtbares Licht umwandelt. Diese Eigenschaft von Stoffen, bei bestimmter Bestrahlung zu leuchten, nennt man fluoreszierend.
Welche Glühbirnen sind noch erhältlich?
- Seit 1. September 2009 sind keine matten Glühlampen mehr erhältlich, klare Glühlampen nur noch mit einer Leistung von weniger als 75 Watt.
- Ab 1. September 2010 sind nur noch klare Glühlampen mit weniger als 60 Watt erhältlich.
- Ab 1. September 2011 sind nur noch klare Glühlampen mit weniger als 40 Watt erhältlich.
- Ab 1. September 2012 sind nur noch klare Glühlampen mit einer Leistung von unter zehn Watt erhältlich.
Die Watt-Zahlen findest Du auf der Packung! Watt ist die Maßeinheit, die angibt, wie viel Energie, also Strom, eine Glühlampe einsetzt, um Licht zu erzeugen. Je heller Du es haben willst, desto mehr Watt benötigt die Glühlampe. Da Energiesparlampen weniger Energie verbrauchen, kann eine Energiesparlampe mit 15 bis 18 Watt eine herkömmliche Glühbirne mit 75 Watt ersetzen: Sie erzeugt die gleiche Helligkeit.
Energie und Geld sparen
Nun kommen die Energiesparlampen ins Spiel. Wie ihr Name schon sagt, sparen sie Energie im Vergleich zur herkömmlichen Glühbirne. Denn sie wandeln nicht nur fünf, sondern 25 Prozent der elektrischen Energie in Licht um. Sie sind übrigens keine neue Erfindung, aber künftig werden viel mehr Menschen die neuen Lampen nutzen. Vielleicht fragst Du Dich, warum nicht alle Menschen schon diese Lampen nutzen? Ein Grund ist, dass eine Energiesparlampe im Geschäft viel teurer ist, als eine normale Glühbirne. Trotzdem spart man mit der Energiesparlampe insgesamt Geld, denn man hat geringere Stromkosten und eine Energiesparlampe hält viel länger. Sie gibt im Durchschnitt bis zu 15.000 Stunden Licht – ließe man das Licht ohne Pause brennen wären das 625 Tage! Zum Vergleich: Eine Glühbirne schafft im Durchschnitt bis zu 1000 Stunden, also rund 42 Tage.
Kaltes Licht und giftiges Quecksilber
Energiesparlampen gibt es in verschiedenen Lichttönen
© pixelio.de/Viktor Mildenberger
Energiesparlampen brauchen allerdings einige Zeit, um richtig hell zu werden. Manche Menschen empfinden das Licht von Energiesparlampen als kalt. Moderne Energiesparlampen gibt es in verschiedenen Lichttönen von "tageslichtweiß" bis "warmweiß". Das Licht hat im Vergleich zu herkömmlichen Glühlampen einen leichten Grünstich. Wenn Energiesparlampen nicht mehr funktionieren, dürfen sie nicht im normalen Müll, sondern müssen im Sondermüll entsorgt werden. Denn sie enthalten eine geringe Menge an Quecksilber. Das ist ein giftiges Metall. Wenn Dir eine Energiesparlampe kaputt geht, solltest Du deshalb als erstes den Raum verlassen und einem Erwachsenen Bescheid sagen. Denn die entstehenden Quecksilberdämpfe solltest Du nicht einatmen.
Licht aus!Hast Du noch eine herkömmliche Glühbirne in Deinem Zimmer oder schon eine Energiesparlampe? So oder so kannst Du darauf achten, Energie zu sparen. Das geht ganz einfach: Mach immer nur dann Licht an, wenn Du es wirklich brauchst! Wenn Du zum Beispiel nicht in Deinem Zimmer bist, solltest Du dort das Licht ausschalten. Viele Energiesparlampen gehen allerdings schneller kaputt, wenn Du sie häufig ein- und ausschaltest. Daher eignen sie sich zum Beispiel nicht für die Beleuchtung von Fluren oder Treppenhäusern, in denen das Licht immer nur kurz brennt. Denk dran: Der oder die Letzte macht das Licht aus!
Text: Kirsten Menzel