Warum fallen Satelliten nicht auf die Erde zurück?Raketen bringen die Satelliten in ihre Umlaufbahn. Würde ein Satellit dort einfach ausgesetzt, ohne in irgendeine Richtung angestoßen zu werden, dann würde die Erde ihn wie ein Magnet anziehen. Wenn Du einen Ball in die Luft wirfst, landet der ja auch wieder auf der Erde. Dafür sorgt die Erdanziehungskraft.
Anders sieht es aus, wenn der Satellit einen "Schubs" erhält. Er bewegt sich dann mit einer bestimmten Geschwindigkeit um die Erde herum. So kann er die Erdanziehungskraft ausgleichen. Ursache dafür ist die so genannte Fliehkraft. Sie entsteht immer bei einer Drehbewegung. Du kannst es ausprobieren: Nimm ein Sockenknäuel, binde es an einen Faden und schleudere es nun am Faden im Kreis. Je schneller es rotiert, umso größer ist die Fliehkraft: Die Socken ziehen mächtig an Deiner Schnur und würden wegfliegen, sobald Du die Schnur loslässt. So, wie Du den Socken mit der Schnur festhältst, so hält die Erde den Satelliten mit der Erdanziehungskraft fest.
Nur wenn die beiden Kräfte - Erdanziehungskraft und Fliehkraft - im Gleichgewicht sind, fliegt der Satellit auf einer geschlossenen Kreisbahn um die Erde. Wie schnell der Satellit fliegen muss, hängt also davon ab, wie hoch seine Bahn über der Erde liegt. Allerdings hat ein Satellit nur ein sehr kleines Antriebssystem. Er bekommt seine Geschwindigkeit von der Rakete, die ihn ins All transportiert hat.
Erstaunlicherweise genügt es, den Satelliten einmal anzuschubsen. Dann fliegt er immer weiter, mit derselben Geschwindigkeit. Das liegt daran, dass sich Satelliten im Weltraum bewegen, außerhalb der Erdatmosphäre. Auf ihren Bahnen gibt es keinen Luftwiderstand, der den Flug bremsen könnte. Diese Vorstellung ist für uns Menschen etwas gewöhnungsbedürftig, denn hier auf der Erde gibt es immer Luftwiderstand. Du kennst das zum Beispiel vom Fahrradfahren. Selbst wenn es fast gar nicht windig ist, kommt es Dir so vor, als hättest Du Gegenwind. Das sind die vielen unsichtbar kleinen Luftteilchen, mit denen Du zusammenstößt. Sie hindern Dich regelrecht daran, noch schneller vorwärts zu kommen.
Satelliten brauchen also, im Gegensatz zu Flugzeugen, keinen starken Antrieb, der sie vorwärts bringt. Ihr kleines eigenes Antriebssystem ermöglicht ihnen kleine Ausweichmanöver, um nicht mit anderen Flugkörpern zusammenzustoßen. Die Energie dafür kommt aus Batterien und über Sonnensegel. Die Segel fangen das Sonnenlicht auf und Solarzellen verwandeln es dann in Strom. Damit können auch die vielen Geräte betrieben werden, die ein Satellit an Bord hat.