Eine gute ErfindungEine Militärschrift mit zwölf Punkten brachte Louis Braille auf die Idee seiner Punktschrift. Ein Hauptmann hatte sie entwickelt, damit sich Soldaten auch im Dunkeln Nachrichten übermitteln konnten. Louis fand die Idee gut, da blinde Menschen Punkte besser ertasten können als schnörkelige Buchstaben. Aus sechs Punkten entwickelte er Kombinationen für alle Buchstaben. Diese Punkte können Blinde mit der Fingerkuppe ertasten. Sie müssen nicht mit dem Finger über die Buchstaben hoch- und runterfahren, sondern können von links nach rechts fließend lesen. So geht das Lesen viel einfacher und schneller.
Im Jahr 1825 stellte der damals 16-jährige Louis seinen Lehrern, Mitschülern und Freunden seine Blindenschrift vor und sorgte für Begeisterung. Denn die Schrift ist nicht nur einfacher zu lesen, sondern auch zu schreiben. Mit einem Griffel und einer Schablone können Blinde die Buchstaben Punkt für Punkt in Papier drücken, so dass sie auf der anderen Seite des Blatts hervorstehen und zu ertasten sind. Inzwischen gibt es auch Schreibmaschinen, die Punktschrift schreiben.