Welches sind die täglichen Herausforderungen eines Modedesigners?
Als Modedesigner zu arbeiten bedeutet harte Arbeit. Trotzdem liebt Alexander Bothe seinen kreativen Beruf.
© Dörte Eppelin
Alexander Bothe: Man muss sehr taff sein, um als Modedesigner zu arbeiten. Für große Bekleidungshersteller Kollektionen zu entwerfen, bedeutet harte Arbeit, oft am Wochenende und bis in die Abendstunden hinein. Irgendwann bekommt man so ein Augenzucken. Das möchte ich nicht mehr machen. Ich bin froh, dass ich inzwischen selbstständig arbeiten kann. Schwierig wird es auch, wenn das Material, das man sich ausgesucht hat, zu teuer ist und man plötzlich auf ein anderes umspringen muss. Auch dürfen die Entwürfe nicht zu kompliziert sein, denn dann wird auch die Herstellung teurer. Modedesigner kämpfen also größtenteils mit ökonomischen Hindernissen. Im Moment kommt die schlechte Auftragslage aufgrund der Wirtschaftskrise hinzu. Aber das hat für mich auch etwas Positives: Ich habe mehr Zeit für eigene Projekte, ganz ohne einen Auftrag und die Kundenwünsche berücksichtigen zu müssen. Beispielsweise habe ich gerade eine eigene Taschenkollektion entworfen, die ich irgendwann gern verkaufen würde. Dazu muss man sich aber auch überlegen: Woher bekomme ich das Geld, um das Produkt herstellen zu lassen? Wie kann ich es präsentieren und an die Frau oder den Mann bringen?