Woher kommt die radioaktive Strahlung
Stell Dir ein Atom wie eine Haselnuss vor
© pixelio.de/Dr. Klaus-Uwe Gerhardt
Allerdings blieb den Forschern lange ein Rätsel, wo genau die radioaktiven Strahlen herkamen. Denn als die Curies sie entdeckten, war vieles noch unbekannt, was wir heute über den Aufbau von Materie und Atomen wissen. Radioaktivität wird nicht durch chemische Reaktionen hervorgerufen, so wie es manchmal leuchtet oder knallt, wenn man zwei Substanzen zusammenschüttet. Die radioaktive Strahlung entsteht im Material ganz von alleine: beim Zerfall von Atomkernen.
Vielleicht weißt Du schon, dass jedes Material aus unzählbar vielen Atomen besteht – die Luft, Dein Schreibtisch, Deine Lieblingstasse. Atome sind die Bausteine der Materie. Sie sind so klein, dass man sie mit dem bloßen Auge und auch mit einem normalen Mikroskop nicht sehen kann. Sie haben – ähnlich wie eine Haselnuss – eine Hülle und einen Kern. Und in diesem Atomkern drängeln sich bei großen Atomen wie Uran ziemlich viele Teilchen, die Neutronen und die Protonen. Die Protonen stoßen sich eigentlich ab, so ähnlich wie sich gleichnamige Pole von Magneten abstoßen. Aber weil mit den Neutronen noch neutrale Teilchen dazwischen liegen, können sie es doch auf sehr kleinem Raum miteinander aushalten. Bei manchen Atomsorten allerdings wird es im Kern dann doch zu viel, zum Beispiel bei bestimmten Varianten von Uran oder Radium. Dann senden die Atomkerne Strahlung aus, um sich wieder "abzuregen".
Allerdings zerfallen in einem Material nicht alle Atomkerne sofort und
gleichzeitig, sondern ganz zufällig immer mal wieder einer. Das kann
sehr schnell gehen, innerhalb von Sekunden, oder ziemlich lange dauern,
je nachdem, um welche Atomsorte es sich handelt. Von einem
zuckerwürfelgroßen Stück radioaktivem Uran ist zum Beispiel auch nach
einer Million Jahre noch nicht einmal die Hälfte aller Atomkerne
zerfallen.