Ein riesiges Puzzle im WeltraumDeshalb muss die ISS wie ein riesiges dreidimensionales Puzzle aus vielen einzelnen Teilen im Weltraum zusammengesetzt werden. Die Puzzleteile nennt man Module. Sie werden auf der Erde gebaut und mit Raketen oder Raumfähren in die Umlaufbahn transportiert. 1998 flog das erste Modul ins All, seitdem gab es etwa vierzig weitere Flüge. Mittlerweile ist das "ISS-Puzzle" beinahe komplett. Es besteht aus Servicemodulen, in denen die Technik für den Betrieb der Station und zur Kommunikation mit der Erde untergebracht ist. Hier können die
Astronauten auch wohnen. Außerdem gibt es vier verschiedene Labore, je eines von den US-Amerikanern, den Japanern, den Russen und den Europäern. Sie sind bis ins letzte Eckchen vollgestopft mit Geräten und Materialien für Experimente, um den kostbaren Platz gut auszunutzen. Und schließlich besitzt die Raumstation viele große Sonnensegel, die Sonnenlicht in Strom umwandeln.
Wenn mal wieder ein neues Bauteil zur ISS transportiert wird, klinkt es sich entweder ferngesteuert automatisch in schon vorhandene Elemente ein oder es wird von einem riesigen Roboterarm an die richtige Stelle verfrachtet. Er ist 18 Meter lang, hat sieben Gelenke und an jedem Ende einen Greifer. So kann er sich wie eine Raupe außen an der Raumstation entlang bewegen und fast überall heran kommen. Die Astronauten steuern den Roboterarm aus dem Inneren der ISS. Wenn der Einbau eines Moduls sehr kompliziert ist oder es nicht genau passt, müssen die Astronauten die Raumstation verlassen und auf einem Weltraumspaziergang selber Hand anlegen. Dabei verschrauben sie zum Beispiel Teile miteinander oder verlegen Kabel und probieren zu reparieren, wenn etwas klemmt.