
Hühner ernähren sich von Körnern, Würmern, Schnecken und Insekten.
© pixelio.de/Viktor Mildenberger
Hallo Lea!
An dieser Frage haben sich viele Wissenschaftler lange die Zähne ausgebissen. Woher kommt das Huhn? Klar, aus dem Ei. Und woher kommt das Ei? Auch klar, aus dem Huhn. Und was war nun zuerst da? Nun ja, dazu müssen wir an die Frage anders herangehen und überlegen, wann überhaupt das erste Ei gelegt wurde. Wer im "Stammbaum" der Hühner forscht, erfährt, dass schon die Vorfahren der Hühner Eier gelegt haben - und das bereits vor vielen Millionen Jahren.
Sicher kannst Du Dir vorstellen, dass weder das Huhn noch das Ei plötzlich einfach da waren. Beide sind das Ergebnis einer viele Millionen Jahre langen Evolution. Evolution bedeutet, dass sich alle Lebewesen von Generation zu Generation verändern. Zwar sind die Unterschiede nicht sehr groß, doch über die vielen Jahre hinweg kommen immer mehr Veränderungen zusammen. Auf diese Weise entstehen Lebewesen, die sich von ihren Urahnen deutlich unterscheiden. Und genau solch eine Entwicklung haben auch unsere Hühner gemacht.
Der direkte Vorfahre des Huhns ist das Bankivahuhn, das übrigens noch heute lebt. Es stammt aus Asien und wurde schon vor 4000 Jahren in Indien gezähmt und gehalten. Forscher fanden heraus, dass es vor dem Bankivahuhn eine ganze Reihe anderer Hühnervögel gab. Fossile Funde belegen, dass die ältesten „Urhühner" etwa 50 Millionen Jahre alt sind. Doch auch sie hatten Vorfahren. Forscher vermuten, dass sich Hühnervögel vor etwa 65 Millionen Jahren aus den damaligen Vogelarten entwickelt haben.
Geht man noch weiter in die Vergangenheit zurück, dann kommt man zum gemeinsamen Ursprung aller Vögel: dem Archäopteryx (sprich: Ar-chä-op-te-ryx). Der taubengroße Urvogel war möglicherweise der erste Vogel, der aus den Dinosauriern hervorgegangen war. All diese Vorfahren der Hühner legten Eier mit harten Schalen. Die Schale dient übrigens - heute wie damals - zum Schutz. Sie verhindert zum Beispiel, dass ein Ei nicht austrocknet, wenn es in der Sonne liegt.
Doch wir wollen noch weiter zurückblicken in die Vergangenheit: Die Vorfahren der an Land lebenden Urvögel waren Amphibien. Amphibien waren die ersten Tiere, die sowohl im Wasser, als auch auf dem Land lebten. Eines der bekanntesten Amphibien ist heute wohl der Frosch. Der Name "Amphibie" stammt aus dem Griechischen und bedeutet "in beidem lebend" - also an Land und im Wasser.
Auch wenn die Amphibien an Land leben konnten, legten sie ihre weichen Eier im Wasser ab. Hier trockneten sie auch ohne harte Schale nicht aus. Die Eierablage im Wasser war aber keine "Erfindung" der Amphibien, schließlich machten Fische das schon längst. Die gab es noch früher - und sie legen ja auch Eier.
Doch auch die Fische waren nicht die ersten Eierleger. Denn geht man den Stammbaum der Tiere noch viel, viel weiter zurück, landet man bei einer der ersten Tierarten überhaupt: den Schwämmen. Schwämme legten schon vor knapp 600 Millionen Jahren Eier. Somit lässt sich eindeutig sagen: Auch wenn's kein Hühnerei war, das Ei war vor dem Huhn da!
Ich hoffe, Deine Frage ist damit beantwortet.
Viele Grüße,
Dein TeKalino
Diese Frage stellte Lea, 12 Jahre.
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