
Jahreszeiten - Erde umkreist die Sonne
© icomedias/D. Nagengast
Hallo Charis!
Im Sommer ist es auch am späten Abend noch hell. Im Spätherbst und im Winter dagegen ist es draußen schon am Nachmittag stockdunkel. Warum? Die verblüffende Antwort lautet: Weil unsere Erde ein bisschen "schief" im Weltraum steht.
Die Sonne bildet den Mittelpunkt unseres Planetensystems. Unsere Erde und andere Planeten kreisen auf Bahnen um sie herum. Die Erde ist dazu ein Jahr lang unterwegs. Während die Erde um die Sonne wandert, verändert sich die Stellung der Erde zur Sonne. Entscheidend für die "langen" und die "kurzen" Tage ist, dass die Erdachse schief steht. Das kannst Du übrigens selbst sehen, wenn Du einen Globus zu Hilfe nimmst. Dir wird auffallen, dass er schief in seiner Halterung liegt. Genauso ist es bei der Erde. Nur dass die natürlich ohne Halterung auskommt. Diese Neigung der Erde bleibt immer gleich.
Die Erde dreht sich nicht nur um die Sonne, sondern auch um sich selbst. Dazu braucht sie 24 Stunden. Diese Drehung bewirkt den Unterschied zwischen Tag und Nacht: Tagsüber ist unsere Seite der Erde der Sonne zugewandt, wir haben Licht. Nachts ist unsere Seite der Erde der Sonne abgewandt, es ist dunkel. Auf der anderen Seite der Erde, zum Beispiel in Australien, ist es umgekehrt.
Die schiefe Stellung der Erde und ihre Drehung um die Sonne bewirken, dass verschiedene Teile der Erde im Laufe des Jahres unterschiedlich viel Sonne abbekommen. Das heißt, der Winkel, in dem die Sonnenstrahlen auf die Erde einfallen, ändert sich während des Jahres. Am Äquator bekommst Du davon kaum etwas mit, aber je weiter Du in Richtung Nord- oder Südpol reist, desto deutlicher wird der Unterschied. Im Norden Schwedens, also Richtung Nordpol, wird es zum Beispiel im Sommer gar nicht richtig dunkel und im Winter fast nie hell. Wenn bei uns auf der Nordseite der Erde Sommer ist, ist auf der Südseite Winter.
In den Sommermonaten stehen Erde und Sonne also so zueinander, dass wir in Europa viele Sonnenstrahlen abbekommen: Es ist wärmer und bleibt länger hell. Der längste Tag auf der Nordhalbkugel der Erde ist der 20. oder 21. Juni. Danach nimmt die Sonnenzeit jeden Tag etwas ab, bis zum kürzesten Tag des Jahres am 20. oder 21. Dezember. An diesem Tag ist es in Deutschland nur rund sieben bis neun Stunden hell. Danach werden die Tage wieder länger.
Übrigens: Früher dachten die Menschen, die Sonne drehe sich um die Erde. Mehr dazu liest Du im Artikel über Nikolaus Kopernikus.
Ich hoffe, Deine Frage ist damit beantwortet.
Viele Grüße,
Dein TeKalino
Diese Frage stellte Charis, 9 Jahre.
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