

Mit Musik geht vieles leichter, denkst Du? Den Eindruck haben viele Menschen, denn Musik hat einen großen Einfluss auf unser Denken und Fühlen. Sie hilft uns zum Beispiel, zu entspannen und Stress abzubauen. Deshalb hören viele Schülerinnen und Schüler Musik, während sie sich mit einer kniffligen Matheaufgabe oder den neusten Englischvokabeln beschäftigen. Nick Perham und Joanne Vizard arbeiten als Psychologen an der Universität Wales im englischen Cardiff. Sie wollten bei einem Experiment mit 25 Freiwilligen herausfinden, ob die Kombination von Arbeit und Musik tatsächlich zu besseren Arbeitsergebnissen führt. Ob Indie-Rock wohl mehr bringt als Klassik? Die Forscher waren auch gespannt, ob die Art der Musik das Lernergebnis beeinflusst.
Bei dem Test bekamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nacheinander acht Tafeln mit Buchstaben gezeigt. Anschließend sollten sie die Buchstaben in der richtigen Reihenfolge wiederholen. Der Versuch fand entweder in einem Raum statt, in dem es vollkommen still war, oder aber in einem Raum mit Lautsprechern. Aus den Lautsprechern schallte im ersten Durchgang Musik, die die Testpersonen besonders mochten. Anschließend legte das Foschungsteam eine Zusammenstellung von Liedern auf, die nicht dem Geschmack der Teilnehmerinnen und Teilnehmer entsprach. In zwei weiteren Runden wiederholte zunächst eine Stimme rhythmisch eine bestimmte Zahl, während die Stimme im letzten Durchgang unterschiedliche Zahlen vorlas.
Bei der Auswertung der Tests zeichnete sich ein klares Bild ab: Die Freiwilligen schnitten besonders schlecht ab, wenn während des Versuchs im Hintergrund Musik lief. Sie konnten sich schlechter konzentrieren und wurden durch die Musik abgelenkt. Vielleicht hast Du Dich auch schon einmal dabei erwischt, dass Du intensiv auf die Musik gehört hast, obwohl Du eigentlich Biologie büffeln wolltest? Dabei kommt es nicht auf die Art der Musik an. Die Psycholgen haben festgestellt, dass es egal ist, ob man ein Lied gut oder schlecht findet. Beides lenkt gleich stark ab.
Wenn eine Stimme im Hintergrund unterschiedliche Zahlen vorliest, hat das den gleichen Effekt. Die Testpersonen kamen zu einem ebenso schlechten Ergebnis wie zuvor mit der Hintergrundmusik. Ihre Gedächtnisleistung ließ stark nach. Deutlich bessere Ergebnisse erzielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die mit nur einer Zahl beschallt wurden. Als klare Gewinner gingen jedoch die Freiwilligen aus dem Experiment hervor, die durch nichts von der Aufgabe abgelenkt wurden. Sie merkten sich die meisten Buchstaben korrekt.