Kampftanz im Kreis
Pauline und Mario kämpfen in der "Roda".
© icomedias
Nachdem Pauline und die anderen die Ginga fleißig geübt haben, kommen alle im Kreis zusammen. Die Capoeiristas nennen das "Roda", so heißt "Kreis" auf Portugiesisch, der Landessprache Brasiliens. Zwei Kämpfer bewegen sich innerhalb des Kreises, sie tanzen, gehen aufeinander zu und weichen sich aus. Mario und Pauline fangen an und schwingen abwechselnd ihre Beine, drehen sich und gehen in die Hocke. Immer wieder wechseln sich die Capoeira-Schüler ab, auch Ilias und Noah kommen an die Reihe. "Schließt den Kreis wieder", sagt Mario, als eine Lücke entsteht. "Die Energie sollte immer in der Runde bleiben."
Die beiden Spieler beziehungsweise Kämpfer in der Mitte berühren sich in der Regel nicht. Dazu müssen sie immer aufmerksam den Anderen beobachten und blitzschnell ausweichen. Mario liebt dieses Spiel der beiden Capoeiristas, die ständig aufeinander reagieren. Je besser sie dieses Spiel beherrschen, umso höher ist auch der Rang der Capoeiristas, die meist in weiß gekleidet sind und eine bunte Kordel als Gürtel tragen. Die Farben zeigen, wie lange ein Capoeirista bereits dabei ist und wie hoch er innerhalb seiner Gruppe aufgestiegen ist. Das ist etwas anders als im Karate oder Taekwondo. Dort zeigen die Schülerinnen und Schüler in festgelegten Prüfungen wie gut sie die Techniken beherrschen. Jede Capoeira-Gruppe verwendet jedoch andere Farben.
"Capoeira bringt mir viel Spaß", sagt Pauline nach der Trainingsstunde. Auch Noah hat heute einiges dazugelernt – vielleicht ist er beim nächsten Mal wieder dabei.
Text: Daniela Dorsch