
Ein Besucher des LVR-Industriemuseums kardiert, also kämmt, Baumwollfasern mit einer sogenannte Handkarde.
© LVR-Industriemuseum
Die geernteten Samenfasern müssen von den Samenkörnern getrennt werden - eine haarige Angelegenheit! Diese mühsame Aufgabe übernehmen heutzutage Entkörnungsmaschinen, die die Baumwolle mit großen Stahlkämmen durchkämmen und reinigen. Die erste "Cotton Gin", also Baumwollmaschine, hat der US-Amerikaner Eli Whitney Ende des 18. Jahrhunderts erfunden. Sie zog die Baumwolle mit Hilfe von Drahthaken durch ein Drahtsieb und entfernte so die Samenkörner.
Danach ordnet eine Kardierungsmaschine die einzelnen Baumwollfasern auseinander und drückt sie anschließend zu Bändern zusammen. Der Begriff "kardieren" oder auch "karden" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "kämmen".
Im nächsten Schritt dreht und zieht eine Spinnmaschine diese Bänder: Sie zwirnt ein Garn. Das Garn wird gefärbt. Und zuletzt verarbeitet eine Webmaschine das Garn zu Stoff, aus dem ein Schneider dann zum Beispiel ein T-Shirt näht.