
Klebrig, knatschig, klumpig und - einfach lecker? Die Rede ist von einer gummiartigen Masse, die wir uns in den Mund stecken, um darauf zu kauen. Manchmal kann sie ganz schön unangenehm sein, zum Bespiel, wenn sie in der Schule unter Deinem Stuhl klebt oder Du auf der Straße versehentlich in sie hineintrittst. Die Rede ist, na klar, vom Kaugummi.
Biologen nennen den Sapotillbaum auch Sapote, Breiapfel- oder Kaugummibaum. Aus dem milchigen Saft der Pflanze wird ein gummiartiger Rohstoff gewonnen, den Experten als "Chicle" bezeichnen. Früher war Chicle die Grundlage zur Herstellung von Kaugummi. Der Sapotillbaum wird bis zu 18 Metern hoch und wächst in tropischen Regionen wie Sri Lanka, Malaysia, Mexiko und Venezuela. Seine Früchte heißen "Sapodilla": Du kannst sie wie einen Apfel roh essen.
Alle Inhaltsstoffe eines Kaugummis werden von staatlichen Lebensmittelkontrolleuren geprüft und zugelassen. Deshalb sollten sie Deiner Gesundheit nicht schaden. Trotzdem haben Wissenschaftler bei manchen Inhaltsstoffen wie etwa den Süßstoffen Sorbit oder Aspartam den Verdacht, dass sie ungesund sind und Magenprobleme, Durchfall oder sogar Krebs verursachen.
Ärzte und Wissenschaftler haben auch herausgefunden, dass Kaugummi viele positive Eigenschaften hat: Kaugummikauen wirkt auf viele Menschen entspannend und beruhigend, macht munter und stärkt die Konzentration. Warum? Die Bewegung der Kaumuskeln sorgt dafür, dass Dein Herz schneller schlägt und Dein Gehirn besser mit Blut und Sauerstoff versorgt wird. Kauen lockert die Muskeln in Nacken und Kiefer. Das Mahlen der Kiefer belüftet das Mittelohr, verhindert, dass sich schädliche Keime darin festsetzen können, und beugt so Entzündungen im Ohr vor.
"Kaugummis verkleben den Magen!", behauptet Dein Schulfreund? Stimmt nicht! Deshalb musst Du Dir keine Sorgen machen, wenn Du aus Versehen Deinen Kaugummi verschluckt hast. Das ist in den meisten Fällen kein Problem. Allerdings solltest Du nicht innerhalb kurzer Zeit große Mengen Kaugummi schlucken, auch nicht in vielen kleinen Portionen. Das könnte dazu führen, dass Dein Darm verstopft und Deine Verdauung nicht mehr funktioniert. Dein Körper kann Zucker und andere Inhaltsstoffe verdauen, die Kaumasse aber nicht. Sie landet erst im Magen, wandert durch den Darm und kommt auf der Toilette unverdaut wieder ans Tageslicht.
Ein großer Nachteil von Kaugummi ist, dass er überall haftet und sich nur schwer entfernen lässt. Am besten wickelst Du Deinen Kaugummi nach dem Genuss in Papier und wirfst ihn in den Mülleimer. Du hast Kaugummi am T-Shirt kleben? Ein guter Trick ist, das T-Shirt in einem Plastikbeutel ins Gefrierfach zu legen. Der Kaugummi wird dadurch steinhart und Du kannst ihn nach einer Weile stückchenweise abbrechen oder abkratzen. Bleiben noch Reste übrig, kannst Du sie vorsichtig mit einem Tuch aus dem Stoff reiben, auf das Du vorher ein wenig Brennspiritus gibst. Vorsicht! Spiritus brennt sehr schnell. Lass Dir also am besten von Deinen Eltern helfen. Um Kaugummi aus den Haaren zu entfernen, muss er möglichst weich und geschmeidig sein. Reibe ein wenig Sonnenöl oder Creme auf die betroffene Stelle und versuche, den Kaugummi stückchenweise aus den Haaren zu ziehen.
Text: B. Bossmann