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Jeff fragt: Was ist der Unterschied zwischen den geografischen und magnetischen Polen?

 7-14
 

 
Erde,Kugel,Gravitation,Erdanziehung,Schwerkraft,Fliehkraft,Zentrifugalkraft,Isaac Newton,Newton,Globus
Die geografischen Pole findest Du einfach auf einem Globus, denn sie verändern sich nicht.
Bildvergrößerung
 
© icomedias
 
Hallo Jeff,

fangen wir mit dem Einfacheren an: mit den geografischen Polen. Wie Du sicher weißt, dreht sich die Erde um sich selbst. Genauer gesagt dreht sie sich um die Erdachse. Du kannst Dir das ungefähr so vorstellen: Nimm einen Apfel und durchsteche ihn in der Mitte mit einem langen Holzspieß. Halte den Spieß in der einen Hand und drehe den Apfel mit der anderen. Deine Apfelerde rotiert jetzt, und Dein Spieß ist dabei die Erdachse. Genau dort, wo der Spieß oben und unten aus dem Apfel herausragt, sind Deine geografischen Pole.

Die beiden Pole liegen also genau auf der Erdachse. Der Nordpol ist der nördlichste Punkt der Erde. Er liegt in der Arktis auf einer zwei bis drei Meter dicken schwimmenden Eisdecke im Nordpolarmeer. Den Südpol findest Du ganz am anderen Ende der Erdkugel: auf dem Kontinent Antarktika auf einem fast 3000 Meter hohen Eisberg. Dieser Punkt ist - das hast Du Dir bestimmt schon gedacht - der südlichste Punkt der Erde.
 
 
 
Die magnetischen PoleEs ist relativ einfach, den geografischen Nordpol und den Südpol auf einer Karte zu finden. Bei den magnetischen Polen ist das viel schwieriger. Diese Pole stehen nämlich nicht still, sie sind sozusagen ständig auf Wanderschaft. Der magnetische Nordpol bewegt sich derzeit mit einer Geschwindigkeit von fast 50 Kilometern im Jahr in Richtung Sibirien. Im Moment ist er mitten im arktischen Ozean nordwestlich von Kanada. Wissenschaftler glauben, dass der Magnet immer schwächer wird und sich die Erde irgendwann umpolen wird - dann wäre der magnetische Nordpol in der Nähe des geografischen Südpols. Das geschieht auf der Erde etwa alle 300.000 bis 500.000 Jahre.

Aber was ist der Magnetpol? Er hat etwas mit dem Inneren unserer Erde zu tun. Tief in der Erde ist nämlich einiges los: Dort bewegt sich ständig sehr heißes Material wie Eisen hin und her. Durch diese Bewegung entsteht ein Magnetfeld. Das ist eine unsichtbare Kraft, die die gesamte Erde umgibt. Sie wirkt wie ein Schutzschild und hält zum Beispiel gefährliche Strahlung von der Sonne vor uns fern.

Kehren wir aber zu unserem Apfel zurück: Nimm einen zweiten Spieß und steche ihn ein bis zwei Zentimeter vom ersten entfernt mitten durch den Apfel. Nun nimm einen Draht und befestige ihn dort, wo der neue Spieß aus dem Apfel unten herauskommt. Das andere Ende des Drahtes biegst Du ein wenig um den Apfel herum und befestigst ihn auf der oberen Seite des neuen Spießes. Dein Draht stellt jetzt eine magnetische Feldlinie dar.
 
 
 
Was sind magnetische Feldlinien?Stell Dir vor, Dein Apfel hätte auch so ein Magnetfeld wie die Erde. Die magnetische Kraft flösse dann in Deinem Draht vom unteren Teil des Apfels um den Apfel herum zum oberen Teil. Die Erde hat ganz viele Feldlinien – als wären Millionen unsichtbare Drähte um die Erde gespannt. Oben ist jetzt Dein magnetischer Nordpol. Er ist der stärkste Punkt des Magnetfelds. Wie Du vielleicht weißt, hat jeder Magnet zwei Seiten. Nennen wir die eine Seite A und die andere Seite B. Wenn Du zwei Magneten hast, zieht die Seite A vom ersten Magneten die Seite B vom zweiten Magneten an und umgekehrt. Wenn Du aber A und A oder B und B aufeinander legst, stoßen sich die Magnete ab. Der magnetische Nordpol ist also unser A und zieht von allen Magneten auf der Welt die Seite B an. Deshalb funktioniert ein Kompass so gut: Ein Kompass enthält eine kleine Magnetnadel. Ihre B-Seite wird von dem nördlichen Magnetpol angezogen. Die Nadel dreht sich und zeigt nach Norden. Sie liegt dann genau auf unseren Feldlinien.
 
 
 
Der Magnetpol liegt aber nicht auf der Erdachse. Er ist von den Bewegungen des heißen Materials im Inneren der Erde abhängig. Der magnetische Nordpol ist heute fast 800 Kilometer vom geografischen Nordpol entfernt - also ungefähr so weit wie Hamburg von München. Und was viele Menschen nicht wissen: Der Kompass zeigt auf diesen Magnetpol, nicht auf den geografischen Nordpol. Da der Magnetpol noch immer in der Nähe ist, stimmt die Richtung ungefähr. Sollte sich die Erde irgendwann umpolen, hätte das übrigens keine schlimmen Folgen. Dann würde der Kompass einfach immer nach Süden zeigen.

Ich hoffe, Deine Frage ist damit beantwortet.

Viele Grüße
Dein TeKalino

Diese Frage stellte Jeff.


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Stichworte zum Artikel:
  • Erde  
  • Geografie  
  • Weltall  
 
 
 
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