
"Haben Sie heute schon Reis gegessen?" - so begrüßen sich Menschen in China, Thailand und Bangladesch, wo Reis ein Hauptnahrungsmittel ist. Auch viele Europäer essen gerne Reis. Er schmeckt prima zu Hühnerfrikassee oder zu würzigem Spargel-Curry. Aber Reis ist nicht gleich Reis: Vielleicht ist Dir schon aufgefallen, dass Basmati-Reis anders aussieht als die rundlichen Reiskörner für Milchreis? Seit wann gibt es überhaupt Reis? Und wie sieht die Pflanze aus? TeKalino hat sich die kleinen Körnchen für Dich genauer angesehen.
Unzählig viele Reiskörner ernähren mehr als die Hälfte aller Menschen auf der Erde. Nach Mais und Weizen ist Reis die drittwichtigste Nutzpflanze. Ein Deutscher isst im Durchschnitt rund zwei Kilo Reis pro Jahr, das entspricht vier Päckchen aus dem Supermarkt. In Asien verzehren die Menschen dagegen pro Kopf zwischen zwei und vier Säcken Reis im Jahr - das sind 100 bis 200 Kilo.
Reis hat eine sehr lange Geschichte: In Ländern wie Thailand, Indien oder China pflanzen, ernten und verzehren ihn die Menschen seit über 7.000 Jahren. Forscher nehmen an, dass der Reis zuerst in den fruchtbaren Tälern des Jangtse-Flusses in China und des Ganges-Stromes in Indien angebaut wurde. Über Indien und Persien gelangte der Reis auf Handelswegen nach Ägypten. Der makedonische König und Eroberer Alexander der Große brachte ihn im 4. Jahrhundert vor Christus nach Europa. Um 1.000 nach Christus pflanzten Eroberer aus Nordafrika - die Mauren - ihn in Spanien an. Von dort gelangte er im 16. Jahrhundert nach Italien und Südfrankreich. Im Gepäck der europäischen Seefahrer und Eroberer reiste der Reis im 16. Jahrhundert nach Mittel- und Südamerika. Ende des 17. Jahrhunderts erreichte er schließlich auch Nordamerika.
Heute wird die Getreidepflanze aus der Familie der Süßgräser vor allem in asiatischen Ländern produziert - in China, Indien, Indonesien, Bangladesch, Vietnam, Thailand, Japan und auf den Philippinen. Aber auch in den USA, in Mittel- und Südamerika sowie in Europa wächst der Reis - zum Beispiel der Arborio-Reis aus Italien.
Nachdem sie das bewässerte Feld gepflügt haben, pflanzen die Reisbauern in einem Saatbeet gezogene Jungpflanzen, die 15 bis 25 Zentimeter groß sind. Kleine Dämme sorgen für einen gleichmäßigen Wasserstand auf den Feldern. Je nach Sorte ist der goldgelbe Reis nach 100 bis 250 Tagen im Wasser reif für die Ernte. Die Landarbeiter legen die Felder trocken. In Asien schneiden die Bauern ihren Reis häufig noch mit einer Sichel. In der modernen industriellen Produktion setzen die Erzeuger Saatflugzeuge, künstliche Bewässerungsanlagen und Mähdrescher ein. Nach der Ernte trocknen und dreschen die Landwirte die Reis-Rispen.
Es gibt auch Reissorten, die mit wenig Wasser auskommen. Der sogenannte Trockenreis wächst in bergigen Regionen bis zu 2.000 Meter Höhe - zum Beispiel in Afrika und Südamerika.