Wie kommen Misteln auf die Bäume?
Die Früchte der Misteln sind weiß bis gelblich.
© pixelio.de/Maria Lanznaster
Weil die Menschen sich lange Zeit nicht erklären konnten, wie Misteln auf Bäume gelangen, glaubten sie, die Götter würden die Samen der Misteln in die Bäume streuen. Misteln galten deshalb lange als Glück bringende Wunderpflanzen. Heute wissen wir, dass die Pflanzen auf natürlichem Weg in die Baumkronen gelangen: Sie werden von Vögeln verbreitet. Wie funktioniert das genau?
Misteln blühen von Februar bis April, die weiblichen Pflanzen entwickeln aber erst im Dezember ihre erbsengroßen, weißen bis gelblichen Früchte. Denn wenn Laubbäume ihre Blätter abgeworfen haben, entdecken Vögel die Früchte der Mistel besser. Die Tiere fressen die Beeren, können die Samen darin aber nicht verdauen. Anschließend fliegen sie weiter und scheiden auf einem anderen Ast die unverdauten Samen wieder aus. Weil die Mistelsamen von einer klebrigen Flüssigkeit umhüllt sind, fallen sie dabei nicht herunter, sondern bleiben am Ast kleben. Auch wenn in einem Sturm Äste aneinander reiben, in denen eine Mistel wächst, bleiben die klebrigen Mistelsamen an anderen Ästen hängen und können dort neue Pflanzen bilden. Fällt ein Samen doch einmal auf die Erde, ist er verloren, denn Misteln können nur auf Bäumen wachsen.